„Generationswechsel“ im Friedhofsbüro

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Pfarrer Dirk Grzegorek (links), Pfarrer i.R. Rüdiger Schmale (rechts) und Volker Schöbel vom Friedhofsverband Lüdenscheid-Plettenberg verabschiedeten Gabriele Schmidt (zweite von links) in den Ruhestand und begrüßten ihre Nachfolgerin Alexandra Lohmann.

Werdohl - „Das ist ein absoluter Generationswechsel“, sagte Volker Schöbel vom evangelischen Friedhofsverband gestern Morgen, als er Gabriele Schmidt in den Ruhestand verabschiedete. 24 Jahre lang organisierte Schmidt alles rund um die Werdohler Friedhöfe. Ab Montag übernimmt Nachfolgerin Alexandra Lohmann ihre Aufgaben.

Dazu gehört es, Gräber zu verwalten und anlegen zu lassen sowie Beerdigungen anzunehmen. Ihr kaufmännisches Grundwissen kam der gelernten Steuergehilfin Gabriele Schmidt dabei zugute. Aber als sie die Stelle antrat, habe sie sich ganz neu einarbeiten müssen, sagte die 63-jährige gebürtige Lüdenscheiderin, die seit 42 Jahren in Werdohl lebt.

Bis zur Geburt ihres ersten Kindes arbeitete Schmidt vor allem in der Buchhaltung. Als auch ihr zweites Kind in den Kindergarten ging, suchte sie nach ihrer Familienpause eine neue Stelle. Der frühere Pastor Martin Kämper wusste davon und bot ihr die Stelle in der Friedhofsverwaltung an, als ihre Vorgängerin in den Ruhestand ging.

„Unkompliziert und gut strukturiert“

„Ich habe gedacht: Ich versuche es, entweder es klappt, oder eben nicht“, sagt die 63-Jährige. „Und es ist 24 Jahre lang gutgegangen.“

Das fand auch Pfarrer Dirk Grzegorek, der gestern Morgen eine kleine Abschiedsfeier eröffnete. Zwölf Jahre lang habe er mit Gabriele Schmidt zusammengearbeitet und das als „sehr unkompliziert und gut strukturiert“ erlebt. Sie sei immer „die gute Seele des Büros“ gewesen. Volker Schöbel, Geschäftsführer des Kreiskirchenamtes Iserlohn-Lüdenscheid sowie des Friedhofsverbandes Lüdenscheid- Plettenberg, kennt Gabriele Schmidt bereits seit 22 Jahren. Als er bei der Kirche angefangen habe, habe es gleich drei Mitarbeiterinnen mit diesem Nachnamen gegeben. „Ich habe gemerkt: Die haben ihren Laden ganz gut im Griff, da wird nichts verschludert“, sagte Schöbel. Skeptisch betrachte er es, dass „die Schmidtchen sich absetzen“. Mit dem Gedicht „Rede zur Verabschiedung in den Ruhestand“ sprach er Gabriele Schmidt gute Wünsche für den neuen Lebensabschnitt mit auf den Weg.

Auch bei Pfarrer im Ruhestand Rüdiger Schmale bedankte sich Schöbel für seine langjährige Tätigkeit für die Friedhöfe. Der Friedhofsverband sei anfangs ja „ein ungeliebtes Kind“ gewesen, auch Schmale sei dagegen gewesen. Aber nachdem die Entscheidung für den Beitritt Werdohls gefallen war, habe er die Entscheidung voll mitgetragen.

Büro bald neben dem Friedhof

Wie für Gabriele Schmidt ist die Stelle im Friedhofsbüro auch für Alexandra Lohmann eine ganz neue Aufgabe. Seit 1992 arbeitete die gelernte Industriekauffrau vor allem im Bereich Einkauf. „Dann wollte ich mich verändern“, sagte die Garbeckerin. Die Stellenanzeige des Friedhofsverbands kam ihr auch aus anderen Gründen entgegen. „Es passt mir gut, dass es eine Halbtagsstelle ist“, sagte die 43-Jährige. Denn seit der Geburt ihrer inzwischen 16-jährigen Tochter habe sie immer nur in Teilzeit gearbeitet.

Seit Anfang November hat Gabriele Schmidt ihre Nachfolgerin eingearbeitet. Trotzdem werde sie sicher noch viele Fragen haben, war sich Lohmann gestern sicher. „Das rote Telefon ist bestellt und die Standleitung schon zum Teil gelegt“, sagte sie scherzhaft mit Blick auf Montag. Dann wird sie zum ersten Mal allein in ihrem Büro an der Erfurter Straße sitzen.

Im Frühjahr kommt eine weitere Änderung auf Alexandra Lohmann zu. Dann nämlich soll das Friedhofsbüro, das neben den Werdohlern auch die Neuenrader betreut, umziehen. An der Friedhofstraße, im Eingangsbereich des Friedhofes Landwehr, soll so eine neue Anlaufstelle entstehen.

Es sei besser, wenn diese direkt vor Ort sei und nicht mehr so weit außerhalb wie jetzt, sagte Volker Schöbel. „Das haben wir auf vielen Friedhöfen gemacht und es hat sich bewährt“, berichtete der Geschäftsführer. In Lüdenscheid zum Beispiel befinde sich das Büro schon lange neben dem Friedhof; zuletzt erfolgte diese Umstellung auch in Hagen-Elsey.

Von Constanze Raidt

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