Von Shantys, Zauberlehrlingen und einem Paukenschlag

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Der Shantychor Werdohl trat nicht nur früher als geplant auf, sondern begeisterte das Publikum auch mit Seemannsliedern und gab zudem noch mehrere Zugaben

Werdohl - Auch wenn zwei Chöre krankheitsbedingt ausfielen und damit auch einige Plätze am Riesei leer blieben, ist das Gemeinschaftskonzert der Werdohler Musik- und Gesangsvereine dennoch eine feste Größe.

Am vergangenen Samstag hat es unter dem Motto „Lasst und musizieren und fröhlich sein!“ bereits zum 41. Mal stattgefunden. In bewährter Weise führte Sebastian Hoffmann durch das Programm, nachdem Günter Vogt das Publikum begrüßt hatte.

Den Auftakt gestaltete das Tambourcorps Einigkeit Werdohl mit dem „Fürst-Richard-Jägermarsch“, mit „Military Escort“ und dem „Gruß aus Münster“. Bei letzterem Stück merkte Sebastian Hoffmann an, dass er hier auch immer an den Westfälischen Frieden denke, der ja in Münster geschlossen worden sei und den Schlusspunkt unter den Dreißigjährigen Krieg gesetzt habe. Tambours- und Marschmusik sei in dieser Zeit auch immer ein Mittel der Orientierung gewesen, wenn Armeen in eine Schlacht zogen.

„Wir sind alle Sauerländer“

Auf das Tambourcorps folgten die Zauberlehrlinge der Musikschule Lennetal, die Sebastian Hoffmann selbst an der Geige begleitete. Mit Stolz wies er darauf hin, dass die Musiker zwischen sieben und 87 Jahre alt seien und aus den verschiedensten Ländern kommen würden. So seien neben Russland und Tschechien auch die Türkei und Schweden vertreten. „Im Prinzip sind wir aber alle Sauerländer“.

Paukenschlag auf dem Klavier

Das erste traditionelle Stück mit der schlichten Bezeichnung „Russisches Lied“ entstand nicht in dem titelgebenden Land, sondern in der Ukraine. Des weiteren hatten die Zauberlehrlinge noch „Der Frühling“ aus der Feder des „musikalischen Tausendsassas“ Antonio Vivaldi und eine „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ von Joseph Haydn im Programm. Was sich hinter dem Paukenschlag verbarg, enthüllte Sebastian Hoffmann, als er inmitten der Sinfonie zum Klavier spazierte und einfach mal unkontrolliert auf die Tasten haute: „Das funktioniert auch nach 200 Jahren noch“.

Der Fritz-Reuter-Chor war aus Werdohls Partnerstadt Stavenhagen zu Gast und bestritt den kompletten zweiten Teil des Konzerts am Riesei.

Überraschter Shantychor

Vom dann folgenden Auftritt des Shantychors Werdohl waren die Interpreten selbst höchst überrascht; hatten sie doch für den Umbau die Pause eingeplant. Über die kleine Verzögerung moderierte Chorleiter Gerd Schlotmann aber gekonnt hinweg. Zudem glichen die großartigen Sänger, unterstützt von Björn Wilke, Jürgen Ebert und Yannis Schupp am Akkordeon und Bernd Losert und Lars Nielsen an der Gitarre, diese Verzögerung durch gleich mehrere Zugaben wieder aus.

Zuvor hatte der Shantychor bereits „Das ist nichts für kleine Jungs“ nach einem Text von Philip Weihnert, den Freddy-Quinn-Klassiker „Die Gitarre und das Meer“ und „Auch Matrosen brauchen eine Heimat“ zum Besten gegeben.

„Kein schöner Land“ als letztes Stück

Nach der Pause stand mit dem Fritz-Reuter-Chor ein Ensemble auf der Bühne im Riesei, das aus der Partnerstadt Stavenhagen in Mecklenburg-Vorpommern angereist war und am vergangenen Wochenende Werdohl besucht hat. Unter der Leitung von Brigitte Pötzsch gab das Ensemble mit einem Stück von Felix Mendelssohn-Bartoldy („Wer hat Dich, du schöner Wald?“) nicht nur den „Mozart der Romantik“ zu hören, sondern auch „Das Morgenlicht“, in Anlehnung an die irische Volksweise „Morning has Broken.“

Als Zugaben hatten die Gäste aus Stavenhagen dann mit „Der Bohnentopp“, niederdeutsches Liedgut und das Mecklenburgerlied im Gepäck, bevor alle gemeinsam „Kein schöner Land“ anstimmten und damit das 41. Gemeinschaftskonzert der Werdohler Musik- und Gesangsvereine beschlossen.

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