35. Gemeinschaftskonzert mit vielen Facetten

Der Shantychor mit dem Steppke Jannis an vorderster Front kam nicht von der Bühne: Zwei Zugaben forderte das Publikum im Festsaal Riesei lautstark ein – und erhielt sie auch.

WERDOHL ▪ Beim Shantychor kam der zu zwei Dritteln nur gefüllte Festsaal Riesei so richig in Schwung. Das „Gorch-Fock-Lied“ riss das Publikum des 35. Gemeinschaftskonzertes der Werdohler Musik- und Gesangvereine am Samstagnachmittag kräftig mit. Von Michael Koll

Das Seemannlieder-Ensemble traf den Nerv der Zuschauer. Nicht nur, dass sie den größten Applaus bekamen. Als einzige Formation des rund zweistündigen Konzertes durften sie auch zwei Zugaben singen.

Zu verdanken hatten die Shantychor-Sänger diesen fulminanten Erfolg nicht zuletzt Jannis. Der kleine Steppke begeisterte Groß und Klein im Festsaal. Und Karl Neuhaus, Leiter des Chores, prophezeite: „Der wird mal unser 1. Vorsitzender, wenn wir alle nicht mehr sind.“

Begonnen hatte der Sänger-Nachmittag aber zuvor mit dem Jugendblasorchester, welches ein Jubiläum in diesen Tagen feiert. Seit einem Vierteljahrhundert ist es an der Musikschule Lennetal aktiv – immer unter der Leitung von Georg Tausch.

Bereits nach zwei Minuten Spielzeit klatschten ein paar Zuschauer bei „Graf Waldenburg (Eröffnungsmarsch)“ von Hans Hartwig rhythmisch mit. Auch das folgende „North and South“ von Bill Conti, welches den amerikanischen Bürgerkrieg thematisiert, wusste zu überzeugen.

Jung und frisch blieb es auf der Bühne mit den Zauberlehrlingen der Musikschule Lennetal. Leiter Sebastian Hoffmann und Marion Jeßegus am Flügel begleiteten die Mädchen und Jungen beispielsweise durch die „Sinfonie mit Paukenschlag“ von Josef Haydn, der den musikalischen Überraschungseffekt in das Stück einarbeitete, weil er sich bei Mittagskonzerten in England allzu sehr über schlafendes Publikum ärgerte. Die folgende russische Volksweise „Sascha machte nicht viele Worte“ klang für mitteleuropäische Ohren fremd und dissonant.

Mit einem Evergreen kam der Männerchor Werdohl 1847/91 daher. Zu „Griechischer Wein“ mag Udo Jürgens einst bei einem Spaziergang durch die Lennestadt inspiriert worden sein. Der Männerchor – unter der Leitung von Astrid Höller-Hewitt – trug es nun schneller als im Original und umarrangiert für den Chorgesang vor.

Die Kollegen vom Männerchor Verse-/Ahetal kamen später mit getragenem Pathos über die Bühne. Gemeinsam sangen beide Chöre dann den „Abendfrieden“ von Hildegard Eckhardt – und (zusammen mit dem Publikum) „Kein schöner Land“ von Anton Wilhelm Zuccalmaglio.

Zuvor spielte allerdings noch das Tambourcorps Einigkeit Werdohl frühlingshaft beschwingt auf. Unter anderem sandten sie „Liebesboten“ (von Johann Brussig) in den Saal und zu den Zuhörern.

Insgesamt war es ein rundum gelungener Konzertnachmittag, der sein einziges Manko in der Pause hatte: Da wurde für eine kleine, nicht einmal voll eingeschänkte Tasse Kaffee ein stolzer Euro verlangt.

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