Kunst mit aktuellem Anspruch

+
Das Künstler-Trio Thomas Volkmann, Gerhard Kania und Jörg Ziese (v.l.) hießen die kunstinteressierten Besucher am Samstagabend im Gewerbeparkt Eveking willkommen. ▪

WERDOHL ▪ Konzeptkunst, Malerei, Installationen, Objekte, Fotografie und Collagen erwarteten die Besucher am Samstagabend im Gewerbepark Eveking. Die Gemeinschaftsausstellung der Künstler Thomas Volkmann, Gerhard Kania, Jörg Ziese und Gastkünstlerin Katharina Gimbel lockte zahlreiche Besucher in die für Ausstellungen prädestinierten Räume auf dem Industriegelände.

Bereits zum sechsten Mal konnten Kunstinteressierte Eindrücke sammeln, und die Werke auf sich wirken lassen. Mit dem Verlauf der eintägigen Ausstellung, die bis in den späten Abend besucht werden konnte, durften die Künstler angesichts zahlreicher Besucher durchaus zufrieden sein. Die kurze Ausstellungsdauer ist durchaus gewollt, wie Thomas Volkmann erklärte. Auf vielfachen Wunsch seien bei vorangegangenen Ausstellungen zwei aufeinander folgende Veranstaltungstage angeboten worden – genutzt wurden sie allerdings nur von so wenigen Interessierten, dass sich dieser Aufwand nicht rentiert, so Thomas Volkmann. Umso mehr Besucher konnte das Trio – die Gastkünstlerin war verhindert – nun am Samstag in der inspirierenden Galerie bei Sekt und Selters begrüßen. Viele ließen sich gerne auf die Werke ein, verweilten einige Zeit davor und erschlossen sich die Ausstellung auf ihre Weise. „Dieses Bild musst du mir noch einmal erklären“, waren aber auch Bitten, denen die Künstler gerne nachkamen, um den Betrachtern den Zugang zu ihren Werken zu erleichtern.

Die „klassische Ausstellung“ an den weißen Wänden ergänzte ein „Darkroom“ von beklemmender Atmosphäre. „Vortreten, Unterarm freimachen“, forderte Gerhard Kania im Befehlston jeden Besucher auf, der seinen Fuß über die Schwelle in den Raum setzte, um einen Stempel mit dem Zeichen „230 213“ auf die Haut zu drücken. „Abgestempelt und zur Nummer degradiert.“ Eine Begrüßung, die nicht besser auf die sich anschließenden, in Schummer- und Flackerlicht präsentierenden Installationen einstimmen konnte. Nationalsozialismus – längst der Vergangenheit angehörend, und am Samstag doch so spürbar nah. Die bedrohliche, ermahnende Stimmung sollte jedoch keineswegs „nur“ ein Erinnern sein. „Auch heute noch werden tagtäglich Menschen zu Nummern, verfolgt undmisshandelt“, wollte Gerhard Kania die Intention des „Darkrooms“ verstanden wissen. ▪ sr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare