Seltsame Gestalten völlig außer Rand und Band

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Begeistert verfolgten die Narren und Jecken beim Gemeindekarneval von St. Michael das Bühnenprogramm.

Werdohl - Ein ums andere Mal donnerte eine Rakete durch den großen Pfarrsaal. Dieser war bis zum Bersten gefüllt mit lustigen und seltsamen Gestalten. Mehr als drei Stunden dauerte das eigenartige Treiben. So beschaulich dieser Saal das restliche Jahr auch scheinen mag, einmal alle zwölf Monate sind dort die Katholiken völlig außer Rand und Band. Dann ist der Pfarrsaal ausverkauft und es heißt: Es ist wieder Zeit für den Gemeindekarneval St. Michael Werdohl-Neuenrade.

So verschieden die Kostümwahl der Narren und Jecken war, so bunt war auch das Musikprogramm des Duos Jörg und Gabi Krause: Da folgten aufeinander Schlager („Joanna“ von Roland Kaiser), Country („Jambalaya“ von Hank Williams), Karnevals-Klassiker („Mer losse den Dom in Kölle“ von den Bläck Fööss) und Rock ‘n’ Roll („Lucky Lips“ von Cliff Richard) in loser Folge.

Die Pfadfinder übernahmen – als Panzerknacker-Bande kostümiert – die Bedienung der Gästeschar. Zudem übernahmen sie einen Programmpunkt auf der Bühne: Mit einem Midget-Dance beeindruckten sie die Zuschauer. Bei diesem Zwergen-Tanz stecken in einem Tänzer, der vor einem schwarzen Vorhang agiert, zwei Personen: die eine in den Armen, die andere in den Beinen.

Grufties bringen großen Pfarrsaal zum Wackeln

Nicht fehlen durften die Theaterspatzen, die aus ihrem aktuellen Programm unter anderem den „Kosakenzipfel“ – einen Klassiker von Loriot aus dem Jahr 1978 – zum Besten gaben. Aber auch mit dem „Kinobesuch“ überzeugten die Frauen. Dieser Sketch wurde zwar pantomimisch dargestellt, leise war es im Pfarrsaal gleichwohl nicht. Immer wieder brandeten Lachsalven im Publikum auf.

 Gruftie Mongo alias Horst Jacke gab zudem den Stinkstiefel, ein Mann, der über die Nachbarschaft sowie über die Weltpolitik zeterte. Den Deutschen wird ja nachgesagt, dass sie nur zu gerne lästern und schimpfen. Jacke hielt diesem Klischee gekonnt den Spiegel vor. Ebenso griesgrämig wie der Stinkstiefel Jackes kam eine Gottesdienstbesucherin daher in einem Sketch des Gemeinderates. Auch dieser wurde pantomimisch dargeboten.

Die Gedanken besagter Frau wurden jedoch über die Lautsprecher eingespielt und ließen die Zuschauer im Saal teils rot werden und sich teils vor Lachen den Bauch halten. Die „Dame“ meckerte nach Herzenslust über andere Kirchenbesucher, den Pfarrer, Politiker, Ausländer, die Organistin und das Gotteshaus. Ulrike und Sonja – ein Sketchduo aus dem Neuenrader Teil der Gemeinde – steuerte einen Sketch über ein Interview mit einem Horrorfilm-Darsteller bei.

Und die Grufties selbst präsentierten zum Ende des Programms eine karnevalistische Modenschau, bei welcher die spitzen Schreie im Publikum davon zeugten, dass dies ein würdiger Abschluss des Abends war. Der Erlös des Gemeindekarnevals kommt in diesem Jahr zu einen den Werdohler Messdienern sowie einem zu bauenden Kinderheim in Kamerun zu Gute.

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