Promille-Fahrt durch Werdohl: Das ist die Strafe

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Werdohl - Die letzte Kurve war zuviel: Mit 1,29 Promille Alkohol und starken Beruhigungsmitteln im Blut krachte ein Altenaer am 26. April an eine Leitplanke an der Neuenrader Straße in Werdohl.

Sein Auto war schrottreif, seine Schulter geprellt, der Fremdschaden lag bei gut 2100 Euro, und obendrein gab es im Amtsgericht Altena noch ein Strafverfahren wegen einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs. 

„Ich wollte nach Hause. Ich bin da noch nie langgefahren“, wunderte sich der Angeklagte über sich selber und zeigte sich entsetzt darüber, was noch hätte passieren können. „Da kam ein Laster entgegen in der Kurve.“ 

Scheinbar in einer schweren Krise 

Scheinbar steckte der Angeklagte in jener Zeit in einer schweren Krise. In dieser habe er das Zusammenspiel und die durchschlagende Wirkung der Medikamente und des Alkohols unterschätzt. Seine Anwältin beschrieb seinen Zustand bei der Trunkenheitsfahrt als „verwirrt, apathisch und orientierungslos“ – so sollte man sich nicht ans Steuer eines Autos setzen. 

Als sein nächstes Ziel nannte der Angeklagte eine stationäre Behandlung, um seine Depressionen zu therapieren. Erheblich gestraft sei er schon jetzt mit den – ohne Auto – sehr mühsamen Wegen von Dahle in die restliche Welt. In seinem letzten Wort machte er aus dem Krachen in die Leitplanke ein Bild für sein weiteres Leben: „Ich versuche, die Kurve zu kriegen.“ 

Handel mit Aktien, Derivaten und Bitcoins 

Das alles schützte vor Strafe nicht: Auf eine Geldstrafe von stattlichen 7200 Euro wäre der Antrag der Staatsanwältin hinausgelaufen, die 120 Tagessätze zu je 60 Euro als angemessene Strafe empfand. Denn mit dem Handel mit Aktien, Derivaten und Bitcoins erzielte der Dahler offenbar nicht unerhebliche Einkünfte. Richter Dirk Reckschmidt blieb deutlich darunter. Die Geschichte wurde dennoch teuer für den Angeklagten: 80 Tagessätze zu je 50 Euro summierten sich auf eine Geldstrafe von 4000 Euro.

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