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Geldboten-Streik: Hier könnte das Bargeld knapp werden

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Von: Volker Griese

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Durch den Warnstreik der Geldboten wird bei manchen Banken das Geld knapp. Zumindest die großen Geldinstitute im Märkischen Kreis spreche bisher aber noch nicht von einem Versorgungsengpass.
Durch den Warnstreik der Geldboten wird bei manchen Banken das Geld knapp. Zumindest die großen Geldinstitute im Märkischen Kreis spreche bisher aber noch nicht von einem Versorgungsengpass. © Angelika Warmuth

Wer in den nächsten Tagen einkauft, solle sich überlegen, ob er nicht lieber mit Karte anstatt Bargeld bezahlt. In den Geldautomaten drohe Ebbe, warnen einige Banken in Nordrhein-Westfalen. Die heimischen Banken, zumindest die großen, bleiben dagegen entspannt.

Werdohl/Neuenrade/Balve ‒ Ursache für die Geldknappheit ist ein Streik derjenigen, die üblicherweise das Bargeld zu den Banken bringen: Die Mitarbeiter der Geldtransportfirmen streiken. Die Gewerkschaft Ver.di, in der die Geldboten organisiert sind, hat den Schwerpunkt des Streiks allerdings im Ruhrgebiet gesetzt. Wohl auch deshalb ist der Märkische Kreis nicht so sehr betroffen.

„Bei uns ist alles im grünen Bereich“, sagte Tomislav Majic von der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis auf Nachfrage. Sein Unternehmen habe allerdings wohl auch das Glück gehabt, gerade noch passend vor dem Streikbeginn eine Geldlieferung erhalten zu haben. Dadurch habe auch die üblicherweise zum Monatsbeginn größere Bargeldnachfrage an den 31 Automaten im Geschäftsgebiet befriedigt werden können.

Nicht ganz so viel Glück hatte die Volksbank in Südwestfalen, die im Märkischen Kreis Geldautomaten an 17 Standorten betreibt. „Bei uns sind vier Automaten über das Wochenende leergelaufen“, sagte Volksbank-Sprecher Thomas Sommer. Dabei habe es sich allesamt um SB-Standorte gehandelt, also solche Automaten, die nicht in eine Bankfiliale integriert sind. Betroffen gewesen seien die Automaten in Kierspe (Dr.-Hans-Wernscheid-Straße), Halver (Mühlenstraße), Lüdenscheid (Buckesfeld) und Herscheid (Am Markt). Die Volksbank sei bemüht, diese Geräte durch einen Dienstleister so schnell wie möglich wieder befüllen zu lassen. „Es ist aber noch offen, wie lange das dauern wird“, räumte Sommer am Dienstag ein. Denn eventuell müsse das Geld bei der Bundesbank erst noch neu bestellt werden.

Einem Ausfall von Geldlieferungen vorbeugen können die Banken so gut wie nicht. „Wenn man eine Sicherheitsrücklage schaffen will, braucht man natürlich sehr viel Bargeld, und das muss abgesichert sein“, deutet Sparkassen-Sprecher Majic an, dass das für die Institute auch eine Frage der Versicherung ist. Mehr als einen kleinen Bargeldpuffer halte die Sparkasse deshalb üblicherweise nicht vor.

Doch was können Bankkunden tun, wenn der Geldautomat wirklich nichts mehr ausspuckt und sie dringend auf Bargeld angewiesen sind? Tomislav Majic empfiehlt, es dann an anderen Geldautomaten zu versuchen. Die Maschinen in den Hauptstellen würden in der Regel so lange wie möglich bestückt. Auch Thomas Sommer hatte keinen anderen Tipp als sich im Fall der Fälle Bargeld in anderen Bankfilialen zu besorgen.

In einem Statement Bankendachverbands Deutsche Kreditwirtschaft heißt es ergänzend, die deutschen Banken und Sparkassen seien auf die aktuelle Ankündigung von punktuellen Warnstreiks bei Geldtransportunternehmen vorbereitet gewesen, um ihre Kunden bestmöglich mit Bargeld zu versorgen. Kunden könnten wie gewohnt bargeldlos mit ihrer Girocard oder ihrer Kreditkarte an den Kassenterminals zum Beispiel des Einzelhandels, der Gastronomie oder an Tankstellen bezahlen. Zudem können sie sich mit der Girocard an vielen Supermarktkassen und Tankstellen Bargeld auszahlen lassen.

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