Geld zurück für viele Stadtwerke-Kunden

WERDOHL ▪ Die Werdohler Stadtwerke haben in den vergangenen Tagen 3880 Gasrechnungen und 3917 Wasserrechnungen an ihre Kunden verschickt. „Viele Verbraucher werden sich beim Öffnen der Post gefreut haben, weil sie Geld zurückbekommen werden“, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Joseph Beier erklärte.

Auf Grund der hohen Nachzahlungen für das besonders kalte Jahr 2010 hatten viele Kunden ihre Abschlagszahlungen im Januar des Vorjahres erhöht. Einige hatten über das Jahr allerdings soviel gezahlt, dass sie jetzt mit einer Erstattung von zehn bis 15 Prozent rechnen könnten, so Beier.

Der Stadtwerkechef geht deshalb davon aus, dass die Abrechnungen im kommenden Jahr eigentlich „passen“ müssten. In den vergangenen Jahren sei es wegen der zunehmenden Wetterextreme immer schwieriger geworden, die Abschlagszahlungen so anzupassen, das die Jahresabrechnung aufgehe.

Der gesamte Gasverbrauch in Werdohl lag im vergangenen Jahr bei 146 Millionen Kilowattstunden. Zum Vergleich: Im Jahre 2010 waren es 173 Millionen Kilowattstunden, während 2009 der Verbrauch in der Stadt an der Lenne bei 153,4 Millionen Kilowattstunden lag.

Telefone stehen

nicht still

Seit Donnerstag stehen die Telefone bei den Stadtwerken nicht mehr still. Bei fast allen Anrufen gehe es um die Gasrechnung. „Einige Kunden verstehen diese nicht. Viele Verbraucher rufen an, um ihre Kontonummer durchzugeben“, weiß Beier. Reklamationen bei den Wasserrechnungen seien hingegen selten. „Da gibt es meist nichts zu diskutieren“.

Weil gerade am Jahresanfang viele Rechnungen zu zahlen seien, und hohe Nachzahlungen die Verbraucher schon mal aus der Bahn werfen würden, bieten die Stadtwerke auch Ratenzahlungen an. „Dazu kommen die Kunden am Besten zum persönlichen Gespräch vorbei“, rät der Stadtwerke-Geschäftsführer und fügt hinzu: „Die offene Rechnung müsse allerdings noch im Laufe dieses Jahres beglichen werden.

Ab kommenden April erhöht sich der Gaspreis für die Werdohler Kunden um 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Der Arbeitspreis im Kleinverbrauchstarif beträgt dann 7,1 ct/kwh, der Arbeitspreis im Grundpreistarif 5,6 ct/kwh, Sonderpreistarife liegen bei 5,1 und 4,9 ct/kwh. Diese Erhöhung ist bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden und wird ab April umgesetzt.

Aufsichtsrat überlegt neue Einkaufsstrategie

In diesem Jahr muss die Einkaufsstrategie der Stadtwerke neu strukturiert werden, da die bisher übliche Kopplung des Gaspreises an die Ölpreise wegfällt. Aufsichtsratsvorsitzender Willi Bettelhäuser berichtete auf Nachfrage, dass dies bei einer Aufsichtsratssitzung kommende Woche beraten werde. Der Kommunalbeauftragte der Mark-E werde dem Aufsichtsrat Möglichkeiten vorstellen. Bislang kauften die Stadtwerke mit anderen Stadtwerken über eine Einkaufsgesellschaft Gas ein. Der Gaspreis war an den Ölpreis gekoppelt, mit einem

Verzug von drei Monaten wurde die Erhöhung weitergegeben. Die Mark-E, mit 24,9 Prozent Anteilseigner bei den Stadtwerken, biete weiter eine Bündelung der Einkäufe an, so Bettelhäuser.

Mittlerweile wird Gas an der Börse gehandelt. Bettelhäuser: „Wer dann das beste Händchen hat, macht für seine Kunden ein gutes Geschäft.“

Die für April beschlossene Preiserhöhung gilt bis Oktober, dann wird ein neuer Tarif bis 2013 ausgehandelt. ‘ - Ute Heinze und Volker Heyn

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