[Update 16.40 Uhr]

Werdohler Geiselnehmer im Regionalexpress verhaftet

[UPDATE 16.40 Uhr] WERDOHL/ESSEN - Bundespolizisten überprüften am Mittwoch einen 32-jährigen Mann im Regionalexpress auf der Fahrt nach Essen. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann mit einem Untersuchungshaftbefehl von der Staatsanwaltschaft Hagen gesucht wurde.

Bundespolizisten legten dem Gesuchten am Mittwoch Handschellen an. Anschließend wurde er dem Polizeigewahrsam Essen überstellt. Von dort wurde er dem Haftrichter vorgeführt.

Dem 32-Jährigen wird vorgeworfen, 2007 zusammen mit mehreren Komplizen einen Mann in Werdohl als Geisel genommen zu haben. Drei der damaligen Täter wurden bereits im vergangenen Jahr rechtskräftig verurteilt, gegen den vierten Täter wurde das Verfahren abgetrennt, weil man ihm damals nicht habhaft werden konnte. Nach fünf Jahren wurde der vierte Mann im Bunde jetzt von der Bundespolizei beim Zugfahren festgesetzt. Oberstaatsanwalt Münker aus Hagen bestätigte die Festnahme und den Zusammenhang.

Insgesamt vier Männer aus Dortmund hatten am 24. Januar 2007 einen 33-jährigen Werdohler über Stunden festgehalten und körperlich misshandelt. Drei der Täter kassierten am 28. April vergangenen Jahres dafür Bewährungsstrafen von zwei Jahren und einem Jahr und neun Monaten. Von Anfang an zeigten sich die Angeklagten geständig. Sie gaben zu, ihrem Opfer vor dessen Wohnung aufgelauert zu haben. Mit einer geladenen Gaspistole hatten die Männer den Geschädigten in ihr Auto, das "fahrende Gefängnis", wie es die Vorsitzende Richterin nannte, verfrachtet und nach Dortmund gebracht.

Während der Fahrt wurde der Werdohler mehrfach mit dem Pistolengriff geschlagen. Die Tortur setzte sich in Dortmund fort, wo dem Werdohler sogar gedroht wurde, ihn im Hafenbecken zu ertränken. Erst Stunden später ließen die Täter den Mann frei. Als Grund für die Geiselnahme gaben die Angeklagten an, sie hätten geglaubt, der Geschädigte kenne den Aufenthaltsort eines, dem 37-jährigen Angeklagten geklauten Autos. - heyn/ots

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