Vor einem Jahr wurde die Stromerzeugung vom Netz genommen

Kraftwerk Elverlingsen: Das sind die Optionen nach der Stilllegung

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Im Sommer 2018 war der Kohleblock schon längst abgeschaltet, als sich Betriebsleiter Martin Heesemann, der ehemalige stellvertretende Betriebsleiter Klaus Eckardt und Leitstandführer Detlef Kellner (von links) in der Kraftwerkssteuerung in Elverlingsen für dieses Erinnerungsfoto stellten.

Werdohl - Ein Jahr nach der offiziellen Abschaltung des Kohlekraftwerk in Elverlingsen hat die Mark-E als Betreiber keine konkreten Pläne, wie sie mit den leer stehenden und ungenutzten Anlagenteilen umgehen wird. Aber es gibt Optionen.

Ein Jahr nach der offiziellen Abschaltung des Kohlekraftwerk in Elverlingsen hat die Mark-E als Betreiber keine konkreten Pläne, wie sie mit den leer stehenden und ungenutzten Anlagenteilen umgehen wird.

Der Vorstand der Hagener Enervie-Gruppe, zu der das Kraftwerk der Mark-E gehört, hält sich hinsichtlich der Zukunft des Standorts weitgehend bedeckt. Unternehmenssprecher Köster lässt sich so zitieren: „Generell laufen derzeit diverse weitere Überlegungen zur Weiterentwicklung des Standortes Werdohl-Elverlingsen. Es bestehen verschiedene Optionen mit unterschiedlichem Rückbaubedarf bei den Altanlagen. Bewertung und Entscheidungsfindung stehen noch aus.“

Rückbau bedeutet nichts anderes als Demontage der Anlagen und Abriss der Gebäude. Ob vielleicht Teile der Anlagen – die immerhin bis vor einem Jahr tadellos funktionierten – verkauft werden können, wird in Hagen offensichtlich diskutiert. Von dort heißt es, dass derzeit verschiedene Angebote, unter anderem zum Rückbau der Anlagen, geprüft und Bestandsanalysen durchgeführt würden.

Es gibt keinen Zeitdruck

Köster gibt zu bedenken, dass das Unternehmen keinerlei Zeitdruck habe. „Ein Jahr nach Stilllegung des Steinkohleblockes E4 ist im Übrigen keine allzu lange Zeit im Hinblick auf die Veränderung oder Weiterentwicklung eines derart umfangreichen, über Jahrzehnte entwickelten Areals.“

Auf diesem älteren Luftbild des Kraftwerks Elverlingsen sind die Bezeichnungen der Anlagenteile eingetragen. Maschinenhäuser, Kesselhaus, beide Kamine, der große Kühlturm und die Gips produzierende Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) sind seit einem Jahr stillgelegt, der Kohlehaufen war schon am 22. Februar 2018 verfeuert. Der Batteriespeicher ist in Betrieb und die Wirbelschichtfeuerungsanlage läuft autark.

Auflagen oder Verpflichtungen gebe es außerhalb der Aufrechterhaltung von Sicherheitsbestimmungen nicht. Die derzeit anfallenden Arbeiten beschränkten sich im Wesentlichen auf turnus- und routinemäßig durchgeführte Kontrollen zur Wahrung der Verkehrssicherheitspflicht. Die Kosten lägen „im üblichen Umfang“ und rechtfertigten allein keinen aufwändigen Rückbau. Köster betont: „Es kommt jetzt darauf an, ohne Zeitdruck das wirtschaftlichste Standortkonzept zu entwickeln.“

Siedlung wird eingezäunt

Die Siedlung Elverlingsen ist schon seit mehr als sieben Jahren menschenleer und verwahrlost, das früher öffentliche Gelände ist von der Stadt Werdohl entwidmet worden und befindet sich in Privatbesitz der Mark-E. Aktuell sei die Errichtung eines Zauns um die komplette Siedlung in der konkreten Planung. Die Umsetzung erfolge voraussichtlich noch im Laufe des Frühjahrs. Der vorhandene Wanderweg durch das Siedlungsgelände werde hiervon nicht berührt.  Perspektivisch sei auch der Abriss der noch stehenden Wohngebäude eine Option, die derzeit geprüft werde.

Kleiner Anlagenteil noch in Betrieb

Auf dem Kraftwerksgelände ist ein kleiner Anlagenteil nach der Stilllegung des Kohleblocks voll in Betrieb: Die Wirbelschichtfeuerungsanlage ist umfangreich und kostspielig saniert und modernisiert worden. Die Mark-E betreibt sie weiter mit dem Ruhrverband und produziert dort Strom durch die Verbrennung von Klärschlamm.

Für den Batteriespeicher für die E-Smarts von Daimler stellen die Mark-E die Halle und die Netzgesellschaft der Enervie die Anbindung an das Stromnetz zur Verfügung. Bei der erst im vergangenen Jahr aufgebauten Remondis-Anlage zur Phosphor-Rückgewinnung handele es sich um eine Pilotanlage, über eine Nutzung im großen Maßstab sei nicht entschieden.

Derzeit läuft noch die Sanierung und Modernisierung der Wirbelschichtfeuerungsanlage. Hierzu sind Container mit Material und Werkzeugen auf dem Betriebsgelände aufgebaut worden. Die Container sollen nach baldigem Abschluss der Arbeiten wieder abgebaut werden.

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