„Es geht auch ohne Gewalt“

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Weil sie selbst nur wenige Auseinandersetzungen hätten, fühlen sich diese Gesamtschüler besonders geeignet ▪

WERDOHL ▪ Besonders geeignet für das Amt des Streitschlichters seien sie, „weil wir selbst wenige Auseinandersetzungen haben“, meinte eine Gesamtschülerin. Gemeinsam mit 18 weiteren hatte sie die Ausbildung für diesen Posten angetreten. Und alle haben bestanden.

Deshalb konnte Schulleiter Heinz Rohe gestern Mittag 19 Urkunden aushändigen. Vier Schüler, die seit dem vergangenem Jahr bereits als Streitschlichter aktiv sind, sowie die beiden Lehrerinnen Susanne Daubach und Doris Weitz hatten die Ausbildung in den zurückliegenden Wochen geleitet.

„Jetzt kann ich anderen helfen“, freuten sich manche frisch gebackene Streitschlichter. Ein anderer meinte: „Ich will zeigen, dass es auch ohne Gewalt geht.“ Außerdem wird der Einsatz der Schüler positiv auf ihrem Zeugnis vermerkt.

Das Modell der Streitschlichter wird an der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) bereits „seit sechs oder sieben Jahren“ eingesetzt, wie der Schulleiter vermutete. Nach einer Pause wurden die Ausbildungsgänge vor zwei Jahren dann wieder aufgenommen.

Die AEG-Streitschlichter haben in der Schule einen eigenen Raum. Die Schüler werden zu festen Zeiten eingesetzt. Die streitenden Kontrahenten kommen freiwillig auf sie zu. Angenommen wird das Ganze von den anderen Schülern zwar, „aber wir hoffen auf eine künftig noch steigende Akzeptanz“, so Rohe.

Streitschlichter treten als neutrale Schlichter auf. Sie handeln mit beiden Parteien einen Vertrag zur Konfliktauflösung aus. Ist aber ein Schuldiger eindeutig auszumachen, muss dieser schließlich auch mit einer Bestrafung rechnen.

Im Rahmen ihrer Ausbildung lernten die angehenden Streitschlichter was ein Konflikt ist, wie Körpersprache gedeutet wird und – in Rollenspielen – auch das aktive Zuhören.

Michael Koll

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