Geheimnis gelüftet: Lenzkes baut Halle auf Rosmart

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Bislang wies nichts darauf hin, welche Firma hier an der Rosmarter Allee 8 einziehen wird. Mittlerweile erklärte die Firma Lenzkes Spanntechnik aus Lüdenscheid, dass das Tochterunternehmen BTE Hybridtechnik aus Grube hier ansiedeln wird. Spätestens ab Anfang November sollen hier acht bis zehn Mitarbeiter Teile für Lenzkes herstellen. 

Werdohl - Jetzt ist klar, wer den lange geheim gehaltenen Neubau im Gewerbegebiet Rosmart an der Rosmarter Allee 8 errichten lässt: Die Lüdenscheider Firma Lenzkes Spanntechnik vom Kerkhagen baut für die Tochterfirma BTE-Hybridtechnik eine neue Halle.

Das Werk war vorher in Grube an der Ostsee angesiedelt. Aus Rücksicht auf die dortigen Mitarbeiter durfte nicht über den Käufer des Grundstücks berichtet werden. Spätestens Anfang November soll mit der Produktion in Rosmart begonnen werden. 

In Grube ist mittlerweile alles geklärt. Das berichtete Lenzkes-Geschäftsführerin Monika Piotrowski auf Nachfrage unserer Zeitung. Den Mitarbeitern von BTE in Grube sei ein Umzug ins Sauerland angeboten worden, aus verständlichen Gründen sei dem aber niemand nachgekommen. Allen Mitarbeitern musste deshalb gekündigt werden. 

Suche nach Mitarbeitern 

Die Firma BTE-Hybridtechnik gehöre Thomas Lenzkes, dem Inhaber von Lenzkes Spanntechnik in Lüdenscheid. Lenzkes werde ebenso wie die BTE-Hybridtechnik von den beiden Geschäftsführern Monika Piotrowski und Hubert Horstkötter geleitet. BTE werde Teile für Lenzkes herstellen, so Piotrowski. Die Lenzkes-Tochter hat aktuell keine Mitarbeiter, diese werden seit einiger Zeit mit Anzeigen in dieser Zeitung gesucht. Gebraucht werden Zerspanungsmechaniker und Helfer, acht bis zehn Mitarbeiter sollen laut Piotrowski am Ende auf Rosmart beschäftigt sein. 

Drei Mitarbeiter, so Piotrowski, seien bereits eingestellt worden und würden bei Firma Lenzkes in Lüdenscheid auf die neue Aufgabe vorbereitet. Lenzkes Spanntechnik beschäftigt in Lüdenscheid am Kerkhagen 69 Mitarbeiter. 

Insgesamt rund 150 Mitarbeiter

Neben dem Fertigungsbetrieb in Lüdenscheid gibt es Filialen und Vertriebsbüros in England, Spanien, den USA, der Schweiz, Frankreich, Polen, der Türkei und China. Insgesamt arbeiten rund 150 Menschen bei und für Lenzkes. Die Lüdenscheider stellen Spannelemente in der Kunststofftechnik für Spritzgießmaschinen, für die Zerspanungstechnik an Bohr- und Fräsmaschinen sowie für Bearbeitungszentren her. 

Links im Bild ist die Kletterwelt Sauerland zu sehen, rechts im Bild entsteht gerade der Neubau von BTE-Hybridtechnik. Die Halle ist fertig, einige Maschinen sind schon eingeräumt.

Die heutige BTE-Hybridtechnik ging aus der BTE-Felgentechnik hervor. BTE stand damals für „Babbe Technik Entwicklung“, Andreas Babbe hatte mit seinem Freund Jens Sager die Idee, Felgen aus Kunststoff herzustellen. Die Firma BTE in Grube produzierte tatsächlich in Deutschland die erste Felge aus Kunststoff für Autos, die ein Jahr lang für bestimmte Fahrzeugtypen eine Zulassung durch den Tüv hatte. Das Geld kam von Lenzkes. 

BTE-Kunststoffrad hatte genau ein Jahr lang Tüv 

Das Bundesverkehrsministerium und der Tüv Rheinland wiesen allerdings bald darauf hin, dass das im September 2000 für ein Kunststoffrad des Herstellers BTE Felgentechnik erstellte Teilegutachten bereits im September 2001 zurückgezogen wurde. Das Rad vom Typ BTE I 17 in der Dimension 8J x 17 H2 war freigegeben für Audi A3, S3 und TT, Chrysler Stratus und PT Cruiser, Seat Leon und Toledo, Skoda Felicia und Fabia sowie VW Golf III, Vento, Corrado, Golf IV, Bora, New Beetle und Passat. 

Heute gilt das BTE-Rad als gescheitert 

Das Teilegutachten wurde zurückgezogen, nachdem eine Nachuntersuchung für das aus dem Glasfaser-verstärkten Kunststoff SMC gefertigten Rad verminderte Festigkeitswerte ergab. Als Grund für die Festigkeitsminderung vermutete der Tüv damals ein verändertes Herstellungsverfahren. 

Heute gilt das SMC- beziehungsweise BTE-Rad als gescheitert, weil es nicht den Anforderungen der Autoindustrie entsprach.

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