Gegen Müll und Unrat

Musste in der Rotunde auf dem Brüninghaus-Platz nicht lange nach Unrat suchen, den unachtsame Zeitgenossen einfach in die Sträucher geworfen hatten: Adolf Knauer.

WERDOHL ▪ Adolf Knauer ist inmitten der grünen Rotunde auf dem Brüninghaus-Platz kaum noch zu erkennen. Mit Handschuhen und Müllbeutel ausgestattet, fischt er in allen Ecken nach Unrat. Bereits nach einer halben Stunde ist die Ausbeute beachtlich: Neben Flaschen, Kaugummis und Zigarettenstummeln sind sogar ein angeschwärzter Holzscheit und ein Stück Metall dabei. Knauer beteiligt sich an der Saubermach-Aktion des Werdohler Bürgerstammtisches, die am Samstag startete.

Mit ihrem Einsatz wollen die Stammtischler ein Zeichen gegen den Dreck in der Innenstadt setzten. Neben Adolf Knauer griffen am Samstag mehr als zehn Mitglieder des Bürgerstammtisches zu Greifer und Müllsack.

„Wir erhoffen uns einen Sinneswandel der Bürgerinnen und Bürger in Werdohl“, sagte Manfred Hoh. Neben dem Brüninghaus-Platz wurden auch noch das Spiel-Areal an der Lenne und die Promenade bis zum Rathaus von Müll und Unrat befreit.

Bürgermeister Siegfried Griebsch zeigte sich von der Aktion begeistert: „Etwas besseres kann uns gar nicht passieren“, so das Stadtoberhaupt. Es gehe nicht darum, Kosten einzusparen oder aber der Kommune die Arbeit wegzunehmen. Ziel sei es, das Bewusstsein der Bürger für die eigene Stadt zu schärfen. Bürgermeister Griebsch sprach von einem Experiment. Es sein ein Test, ob sich das Verhalten der Menschen dauerhaft verändere. „Ich hoffe, dass es gelingt“.

Ursprünglich auf die Agenda gesetzt hatte das Thema Margarete Galensa. „Geht denn niemand mit offenen Augen durch die Stadt“, fragte sie sich angesichts des Mülls, der inmitten von Rabatten und unter Bänken verstreut lag.

Der Bürgerstammtisch nahm sich des Problems schließlich an und organisierte Anfang Januar eine gemeinsame Veranstaltung mit Mitarbeitern der Verwaltung. Nachdem die Stadt klar gestellt hatte, dass die zusätzliche Arbeit nicht durch ihre Mitarbeiter geleistet werden könne, sprang der Bürgerstammtisch ein. „Nach vier Wochen Einsatz wollen wir eine Bilanz ziehen“, so Manfred Hoh. Die Stammtischler hoffen, dass das Prinzip „Wo nicht ist, wirft man auch nichts hin“ in den kommenden Wochen greift. Sie wollen die Bürger sensibilisieren, künftig Getränkedosen, Verpackungsmaterial und Kaugummis statt auf den Straßen und Grünflächen in den dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen.

Freiwillige Helfer, die den Stammtisch in den kommenden Wochen bei der Aktion unterstützen wollen, melden sich bei Manfred Hoh, Tel. 92392/72 17 69.

Von Jari Wieschmann

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