Gefälschtes I-Phone für unter 200 Euro - Streit vor Gericht um 10 Euro

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Beteiligte streiten sich vor Gericht wegen 10 Euro (Symbolbild)

Werdohl - Ein gefälschtes I-Phone beschäftigte das Amtsgericht Altena im Oktober 2016: Eine damals 32-jährige Werdohlerin hatte das Gerät irgendwo zwischen Lennebrücke und Bahnhof ausgerechnet an eine alte Bekannte verkauft, die ein gutes Geschäft witterte.

Sie bezahlte für das Gerät, das normalerweise 700 Euro kostet, 150 oder 160 Euro – das blieb strittig zwischen den beiden Frauen im Gerichtssaal, denn die Käuferin hatte nach Entdeckung des Schwindels Anzeige wegen Betruges erstattet. 

Das Smartphone sei eine wertlose, funktionsuntüchtige Attrappe gewesen, warf ihr die Anklageschrift vor. Die Angeklagte hielt dagegen: „Da ging Internet, da war alles ok“, behauptete sie. Und die Käuferin musste sich fragen lassen, woher sie den Optimismus genommen hatte, dass sie für den Schnäppchenpreis tatsächlich ein derart teures Handy im Originalzustand bekommen würde. Richter Dirk Reckschmidt setzte auf Verständigung und bot eine endgültige Einstellung des Verfahrens gegen Rückzahlung von 160 Euro an die Käuferin an. 

Längere Verhandlungen zwischen den beiden Frauen, mit denen die Gerichtssitzung im Oktober zuende ging, ließen bereits nichts Gutes ahnen über den Erfolg dieser Bemühungen. Dass die endgültige Einstellung des Verfahrens allerdings an den bereits erwähnten zehn Euro Differenz scheitern würde, war nicht zu ahnen. 150 Euro hatte die 32-Jährige mittlerweile überwiesen – eine merkwürdige Rechthaberei gegenüber der getroffenen Vereinbarung in Höhe von 160 Euro, die jetzt erneut finanzielle Folgen für die Angeklagte hatte. 

Denn Richter Dirk Reckschmidt sah keinen Anlass, die getroffene Vereinbarung als eine vage Zielvereinbarung anzusehen und lud die Angeklagte jetzt erneut ins Amtsgericht Altena, denn das Strafverfahren war ja nur vorläufig eingestellt worden. Da die 32-Jährige offenbar der irrigen Meinung war, es sei alles erledigt, erschien sie nicht. 

Der Richter erließ daraufhin einen schriftlichen Strafbefehl in Höhe von 75 Euro gegen die säumige und eigensinnige Zahlerin.

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