Gebäude in Bärenstein nach Brand kernsaniert

Auf das Gelände der EZM Industrie- und Fördertechnik ist seit ein paar Monaten das Unternehmen ProAssort als Untermieter in Bärenstein eingezogen. - Foto: Heyn

Werdohl - Vor gut einem halben Jahr hatte ein Großbrand auf dem Firmengelände der EZM in Bärenstein einen Schaden von fast einer Million Euro angerichtet. Das Unternehmen hat die Brandschäden jetzt größtenteils beseitigt. Derzeit sind die Maler am Werk, das ehemalige Verwaltungsgebäude anzustreichen.

„Es hat sich keiner irritieren lassen, alle Mitarbeiter haben ohne großes Aufhebens weitergearbeitet.“ Die beiden EZM-Geschäftsführer Dr. Kai Eck und Ralf Schneider sind ein halbes Jahr nach dem Brand im Verwaltungsgebäude immer noch dankbar, dass die Männer und Frauen treu zur Firma stehen. Dabei hatte das Feuer, dessen genaue Ursache wohl ungeklärt bleiben wird, das direkt an der Bundesstraße liegende Verwaltungsgebäude vollkommen unbrauchbar gemacht. Die Verwaltung fand auf dem riesengroßen Firmengelände schnell einen anderen Platz, die Produktion war ohnehin nicht beeinträchtigt. Für den relativ kleinen Firmenstandort war der Brand dennoch ein sehr großer Einschnitt.

Die Geschäftsführer hatten sich schnell entschlossen, das Gebäude zu entkernen und wieder herzurichten. „Wenn wir nichts gemacht hätten, wäre das Gebäude verfallen“, so Schneider. Eine Brandruine direkt an der Bundesstraße wäre auch kein Aushängeschild gewesen, schließlich wollen die Geschäftsführer das große Werksgelände mit mehr Leben füllen. Schneider: „Man kann es ja nicht vermieten, wenn es praktisch noch qualmt.“

Die EZM hatte das Gelände von ThyssenKrupp VDM im Jahre 2008 übernommen. Stolze 230 000 Quadratmeter, also 23 Hektar, ist das Gelände groß. Das meiste davon ist Wald, der der Firma eine Menge Pflichten auferlegt. 50 000 Quadratmeter Fläche ist befestigt, etwa 25 000 Quadratmeter sind Hallenflächen. Gerade einmal die Hälfte davon nutzt EZM selbst, weitere zehn Prozent sind an den neuen Mieter ProAssort vergeben, 40 Prozent der nutzbaren Fläche stehen zur Vermietung frei. Schneider: „Wir haben hier soviel Platz, wir können hier bequem noch eine Firma mit hineinnehmen.“ Vorstellbar sei auch eine Art Gewerbepark. Auch bei einer Vermietung bleibe noch Platz für eigene Expansion. In diesem Sinne ist auch das ausgebrannte Gebäude wiederhergestellt worden. Die Fassade wird mit neuen Fenstern und Anstrich wiederhergestellt, das Innere bleibt quasi im Rohbau – damit mögliche Mieter entscheiden können, wie ausgebaut werden soll.

Der Industriestandort Bärenstein empfehle sich auch für die chemische Industrie, eine eigene Beize ist vorhanden. ProAssort zum Beispiel ist eine Technologiefirma, die Schrottsortierung durch Laser entwickelt. Da auch die chemische Säuberung von Metallen eine Rolle spielt, sei ProAssort in Bärenstein gut aufgehoben.

Die Edelstahlzieherei Mark GmbH (EZM) wurde 2004 per Management-Buy-out gegründet, die Geschäftsführung übernahm das Kapital vom bisherigen Eigentümer ThyssenKrupp. Daher rührt auch die Verbindung nach Werdohl: Als sich die VDM aus Bärenstein zurückzog, kauften die EZM-Leute 2008 das Gelände von ThyssenKrupp. Hier war das Unternehmen zunächst mit 100 Mitarbeitern gestartet, 2012 war man gezwungen, auf 40 Mitarbeiter zu reduzieren. „Wir haben das ohne betriebsbedingte Kündigungen geschafft“, so Schneider. Im Stammwerk in Wetter arbeiten 300 Leute. Die EZM stellt Textilfärbemaschinen, Kettenräder und Ketten, Rohrdrehgelenke sowie Maschinenteile für die Produktion von Kfz-Blattfedern her.

Von Volker Heyn

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