Auch Getestete sind willkommen

Gastwirte setzen auf 3G-Regel

Engelbert Groke sitzt im Hotel-Restaurant Kaisergarten am Computer, um sich um Tischreservierungen und Hotelbuchungen zu kümmern. Bei ihm haben weiterhin Geimpfte, Genesene und auch Getestete Zutritt.
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Engelbert Groke sitzt im Hotel-Restaurant Kaisergarten am Computer, um sich um Tischreservierungen und Hotelbuchungen zu kümmern. Bei ihm haben weiterhin Geimpfte, Genesene und auch Getestete Zutritt.

„Wir werden 2G von unseren Kunden erst dann verlagen, wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist“, sagt Martin Thun.

Der Inhaber des Restaurants Thuns im Hotel Dorfkrug in Kleinhammer legt Nachdruck in seine Stimme, als er das sagt. Und mit dieser Auffassung ist er nicht allein. Auch andere Gastwirte in Werdohl und Neuenrade pflichten ihm bei.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga rate den Gastronomen derzeit auch zur Beibehaltung der 3G-Regel, nach der neben Geimpften und Genesenen eben auch Getestete Einlass in die Lokale bekommen. „2G wird von der Dehoga abgelehnt – und folglich tun wir das auch“, befindet etwa Heinz Friedriszik. Und sein Wort hat Gewicht. Denn Friedriszik ist seit rund 40 Jahren in der Gastronomiebranche. Er betreibt in Neuenrade den Gasthof Zum Kohl und in Balve gehören ihm das Haus Drei Könige, das Ballova und das Wirtshaus Syré. Zudem ist Friedriszik stellvertretender Dehoga-Kreisvorsitzender.

Neue Corona-Schutzverordnung bringt Thun keine Vorteile

Der Werdohler Wirt und Hotelier Thun freut sich nicht über die neue Corona-Schutzverordnung, die seit dem 1. Oktober gilt und den Gastwirten eigentlich wieder mehr Möglichkeiten einräumen sollte. Denn sie dürfen die Tische in ihren Lokalen wieder enger stellen und die Kunden müssen nicht mehr auf Abstand achten. „Wir haben die Tische ohnehin weiter auseinander stehen. Vorteile bringt die neue Regel wohl eher für Bistros, wo die Sitzplätze enger beieinander sind“, sagt Thun.

Friedriszik sieht das weniger gelassen. Für ihn kommt die neue Schutzverordnung „viel zu spät, das war überfällig“. Er führt aus, „dass viele Corona-Regeln ohnehin nicht nachvollziehbar sind, etwa wenn unsere Gäste am Tisch keine Masken tragen müssen, für den Gang zur Toilette aber doch einen Mund-Nasen-Schutz benötigen“.

Friedriszik: „Wir wollen keine Gäste ausgrenzen“

Für den Balver ist es also auch keine Frage, bei der 3G-Regelung zu bleiben: „Wir wollen keine Gäste ausgrenzen, wenn es dafür keinen vernünftigen Grund gibt“, stellt er klar. So sieht das wohl auch Brigitte Spelsberg vom Versevörder Hof in Werdohl. „Wir schicken allerdings schon Leute nochmal nach Hause, die ihr Impfbuch oder ihr Testergebnis vergessen haben.“

Ohnehin sei ihre Kundschaft zumeist etwas älter, hat Spelsberg beobachtet. „Die Leute verstehen das alles auch“, weiß sie. „Die halten auch die Abstände ganz von alleine ein. Da gibt es gar keine Schwierigkeiten.“ Einzig eine Einschränkung habe sie dadurch gehabt: „Der Shanty-Chor konnte zuletzt nicht mehr hier proben, weil der Saal für 30 Menschen dann schlicht zu klein ist.“ Doch die Sänger kämen ja dann jetzt bald vielleicht zurück, wenn die jüngste Schutzverordnung das nun wieder zulasse.

Im Kaisergarten bleiben die Abstände groß

Engelbert Groke, Betreiber des Hotels und des Restaurants Kaisergarten in Neuenrade, will indes bei den weiter auseinander stehenden Tischen bleiben: „Ich lasse alles so, denn die Leute haben sich daran gewöhnt und viele Gäste fühlen sich so auch sicherer.“

Bei der 3G-Regel will er es vorerst auch belassen. „Ich wüsste ja gar nicht, wie ich 2G umsetzen soll“, verweist er auf „personelle Engpässe“. Schließlich müssten Impf- und Genesenen-Status kontrolliert werden. „Das wäre ja aber gar nicht nachvollziehbar“, urteilt er.

Gastwirt sicher: „Wer in die Gastronomie rein will, kommt auch rein“

Groke lässt seinen Gedanken freien Lauf: „Es sind doch gefälschte Testergebnisse im Umlauf. Und wer in die Gastronomie rein will, der kommt auch rein.“ Nach einer kurzen Sprechpause verdeutlicht er: „In einem Ausflugslokal etwa, bei schönem Wetter, an einem Sonntag, können Sie doch gar nicht alle Gäste kontrollieren. Das geht doch gar nicht!“

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