1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Gaspreis steigt doch nicht: Stadtwerke kämpfen mit Anfragen-Flut

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Gestiegene Energiepreise und der Umgang damit beschäftigen sowohl Verbraucher als auch Versorger derzeit sehr.
Gestiegene Energiepreise und der Umgang damit beschäftigen sowohl Verbraucher als auch Versorger derzeit sehr. © Patrick Pleul

Die Kunden der Werdohler Stadtwerke haben es schriftlich, können zumindest diese Preissteigerung aber dennoch vergessen.

Werdohl – Zum 1. November sollte der Gaspreis, unabhängig vom gebuchten Tarif, aufgrund der von der Bundesregierung beschlossenen Gasumlage um 2,419 Cent pro Kilowattstunde erhöht werden. Doch inzwischen ist klar: Die Ampel ist zurückgerudert, die Bundespolitiker haben die Gasumlage wieder kassiert. „Natürlich werden auch wir diese Erhöhung dementsprechend ab November nicht erheben“, unterstreicht Frank Schlutow, Geschäftsführer der Werdohler Stadtwerke.

Er spricht von einer wahren Flut von E-Mails, Schreiben und Telefonaten, die momentan bei dem Unternehmen aufliefen – und bittet um Geduld: „Wir tun unser Bestes. Aber trotz aller Bemühungen ist es uns einfach nicht möglich, jede Anfrage zeitnah zu bearbeiten.“

Dass sich die Verbraucher freuen, dass die angekündigte Umlage nun doch nicht kommt, kann Schlutow sehr gut verstehen. Allerdings: Für die Stadtwerke sei das alles mit sehr viel Arbeit verbunden. Der Geschäftsführer ärgert sich mächtig über die Bundespolitiker: „Wir mussten alle Hebel in Bewegung setzen, um unsere Kunden rechtzeitig, also mindestens sechs Wochen vor der Preiserhöhung, zu informieren. Wir sind diejenigen, die die schlechte Nachricht übermitteln durften – und nun auch diejenigen, die alles wieder zurückrechnen müssen.“

Frank Schlutow bittet die heimischen Gaskunden um Geduld. Wie hoch ihre Rechnungen künftig ausfallen werden, könne momentan noch niemand mit Gewissheit sagen. „Denn wir Versorger wissen ja selbst nicht, was jetzt als nächstes wirklich kommt.“ So hat der Bundestag die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme zwar zum 1. Oktober beschlossen, ob es aber tatsächlich einen Gaspreisdeckel geben werde, und wie dieser schließlich ausgestaltet werden könnte, sei noch völlig unklar. „Es ist nicht leicht, einen guten Weg zu finden, der zumindest halbwegs gerecht ist“, stellt der Geschäftsführer der Werdohler Stadtwerke fest.

Selbstverständlich würden die Kunden informiert, sobald die Rahmenbedingungen feststünden, unterstreicht Schlutow. Und er betont: „Die Streichung der Gasumlage und die Senkung der Mehrwertsteuer sind zwei mächtige Hebel, um den Gaspreis im Rahmen zu halten.“

Erzielte Einsparung

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einem Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden im Jahr werde durch die von der Bundesregierung geplante Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent um knapp 400 Euro im Jahr entlastet. Durch die Rücknahme der Gasumlage spare die Musterfamilie zusätzlich knapp 500 Euro. Das dürfte die Familie erfreuen. Quelle: Bundesregierung

Auch interessant

Kommentare