Gas: Kunden schockt hohe Nachzahlung

WERDOHL ▪ Die Werdohler Stadtwerke haben in den vergangenen Tagen 3500 Abrechnungen für Gas und Wasser an ihre Kunden verschickt. Manch einem hat die hohe Nachzahlung für das kalte Jahr 2010 die Tränen in die Augen getrieben.

„Es gibt allerdings auch Kunden, die Geld zurückbekommen haben“, weiß Stadtwerke-Geschäftsführer Joseph Beier. Bereits vor einem Jahr haben alle Kunden mit der Jahresrechnung die Aufforderung erhalten, über die Anpassung ihres Abschlagsbetrages nachzudenken. Schon zu Beginn des Jahres 2010 zeichnete sich ab, dass das jetzt zurückliegende Jahr ein besonders kaltes werden würde. Gerade im Januar und Februar gab es viele Tage mit tiefen Temperaturen, entsprechend mehr musste geheizt werden.

Viele Kunden hatten die Gelegenheit genutzt, um ihre Abschläge anzupassen. Einige schossen übers Ziel hinaus und haben übers Jahr soviel gezahlt, dass sie jetzt eine Erstattung erhalten. Auf der anderen Seite stehen die, die nicht angepasst hatten. Bis zu 1000 Euro Nachzahlung für eine Familie schlagen dann heftig ins Kontor. Beier: „Die meisten Kunden fürchten sich vor Nachzahlungen und erhöhen lieber ihre Abschläge.“

Gerade am Jahresanfang seien viele Rechnungen zu zahlen, eine hohe Nachzahlung kann den ohnehin immer knapper kalkulierenden Verbraucher aus der Bahn werfen. Beier: „Wir haben Verständnis für die wirtschaftliche Situation unserer Kunden und vereinbaren gern eine Ratenzahlung.“ Allerdings müssten sich die Kunden bei den Stadtwerken melden – die Zahlung aussetzen führe zu Komplikationen.

Gaspreis soll bis Oktober

stabil bleiben

Seit Dienstag stehen die Telefone bei den Stadtwerken nicht mehr still, in fast allen Fällen geht es um die Abrechnungen. Dabei sind die Stadtwerke stolz, ihre Verbrauchspreise seit einem Jahr nicht erhöht zu haben. Auch im April wird es keine Anpassung geben. Beier: „Wir hoffen, dass wir den aktuellen Preis bis Oktober halten können.“

Die hohen Kosten für den privaten Gasverbrauch sind also allein der kalten Witterung geschuldet. Der gesamte Gasverbrauch in Werdohl lag 2008 bei 167,76 Millionen Kilowattstunden, 2009 waren es nur 152,4 Millionen Kilowattstunden, in 2010 stieg der Verbrauch auf 173,82 Millionen Kilowattstunden. Von 2008 auf 2010 stieg der Verbrauch um 3,6 Prozent, von 2009 auf 2010 allerdings um 14 Prozent. Diese Steigerung sei aber vielleicht nur zu fünf oder sechs Prozent der kalten Witterung zuzuschreiben, schätzt Beier. Die Wirtschaftskrise in 2009 habe viele Betriebe mit hohem Energieverbrauch zu Kurzarbeit gezwungen.

Den Stadtwerken ist als Netzbetreiber der gesamte Gasverbrauch bekannt, als Marktführer verkaufen sie auch die größte Menge an Gas, es gibt aber auch Wettbewerber. ▪ heyn

Kundentelefon Stadtwerke: 917 361 und 917 367

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