Ganz entspannt vor dem Fest

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Ganz entspannt bleiben Kunden und Personal bei der Parfümerie Aurel. Und ganz nebenbei wird die ein oder andere Ehe gerettet.

WERDOHL - „Sie haben meine Ehe gerettet“, sagt der Mann zur Verkäuferin in der Parfümerie Aurel. Diese nimmt das spätere Weihnachtsgeschenk und verpackt es noch in rotes Papier, macht silberne Schleifen aufs Paketchen. „Aber eigentlich bin ich dieses Jahr früh dran“, gesteht der Ehemann. „Sonst habe ich immer erst an Heiligabend eingekauft.“

Verkäuferin Susanne Büber hat beobachtet: „In diesem Jahr kommen mehr als gewohnt. Wir haben Full House. Da sind die älteren Damen, die noch eine Kleinigkeit fürs Enkelkind wollen. Und dann auch die Familienväter, die was für ihre Frau suchen.“ Eines eine all diese: „Die sind völlig entspannt.“ Panik, dass sie so kurz vorm Fest noch kein Geschenk hätten, kennen sie wohl alle nicht. Büber: „Da macht uns das auch richtig Freude.“

Ein paar Meter weiter hat gerade erst zu Monatsbeginn das Geschäft „Haut und Haar“ eröffnet – Friseur und Nagelstudio in einem. Zwei Friseurmeister – einer für Damenschnitte, einer für die Herren – warten dort momentan nicht auf Kunden: Die Terminkalender sind randvoll. Aktuell kämen drei Mal so viele Kunden wie normal. Meral Cabuk erklärt: „Wenn aber am Heiligabend noch jemand ohne Termin kommt, kriegen wir den auch noch unter – und wenn wir bis in den späten Nachmittag hinein arbeiten.“

Bei den Nägeln sind – passend zum Fest – Sterne und glitzernde Strasssteinchen gefragt. Die Grundfarbe in diesem Jahr ist weiß. Eine Kundin habe aber auch tannengrüne Nägel gewünscht.

Die Haare werden zu Weihnachten auch mal anderes zurecht gemacht. Frauen wünschen sich vornehmlich Hochsteckfrisuren. Zwei Mitarbeiterinnen von „Haut und Haar“ sind eigens dafür geschult. Und viele Herren, die bisher längeres Haar trugen, kämen und wünschten sich „einen Schnitt, der zum Anzug passt“.

Genauso Hochbetrieb wie in der Parfümerie und beim Friseur war am Montag auch im WK oder bei Lidl zu beobachten: Sämtliche Kassen waren besetzt, die Kunden standen in langen Schlangen zum Bezahlen an. Neben Essen kauften sie auch viele Haushaltsartikel und reichlich Getränke.

Ganz anders dann der Wochenmarkt, der eigens wegen der Feiertage von Donnerstag auf Montag vorgezogen worden war. Gemüse- und Obsthändler Günter Deitelhoff aus Werl berichtet: „Wir hatten unsere Kunden ja vorher darauf hingewiesen, dass wir in dieser Woche früher kommen. Aber heute war es ruhiger als sonst – dafür war vergangenen Donnerstag mehr zu tun. Da war am Ende der Rotkohl komplett ausverkauft. Auch Kartoffeln sind gut weggegangen.“

Am Tag vor Heiligabend seien dann die Artikel gut gelaufen, die jeder gerne frisch auf den Tisch bringt – „vor allen Dingen Feldsalat, Tomaten und Champignons.“ Händler Deitelhoff käme nicht ganz so häufig mit den Kunden ins Gespräch – „eher sind es die Kunden untereinander, die erzählen. Die treffen sich halt einmal in der Woche auf dem Markt.“

So habe er auch mitbekommen, was bei den meisten an Weihnachten gekocht werde. Seine Frau Heiderose zählt auf: „Oft ist es die klassische Gans, aber auch häufig Sauerbraten.“ Ihr Mann ergänzt: „Oder Kartoffelsalat mit Bockwürstchen.“ Wie auch immer: Für die Werdohler kann das Fest der Feste offenbar jetzt kommen.

Von Michael Koll

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