Gärtnermeister Jochen Römer gibt Tipps: „Bunt ist Trend“

WERDOHL ▪ Wenn Jutta Schmidt in diesen Tagen ihre Kleingartenparzelle im Hesewinkel betritt, steht ihr die Freude über das Winterende und den damit einhergehenden Frühlingsbeginn deutlich ins Gesicht geschrieben: „Es wurde auch Zeit. Ich war den Winter jetzt wirklich leid.“Von Jana Peuckert

Jetzt muss der Garten auf Vordermann gebracht werden. Dazu gehört auch, die Erdflächen bepflanzbar zu machen. „Die Erde wird nicht mehr umgegraben. Das macht die Mikroorganismen im Boden kaputt. Ich benutze einen Sauzahn, um die Erde aufzulockern“, erklärt die Vorsitzende des Kleingärtnervereins Hesewinkel. Was die Bepflanzung der Beete betrifft, da ist die Hobbygärtnerin noch vorsichtig. „Ich warte erst die Eisheiligen ab. Die sind um den 12. Mai herum. Erst danach setze ich alle Pflanzen raus“, erzählt Schmidt.

Das die 69-Jährige damit richtig liegt, weiß Gärtnermeister Jochen Römer. „Die Saison für Beet- und Balkonpflanzen geht jetzt erst los. Wer Kübel und Kästen nach draußen stellt, sollte diese bei zu niedrigen Temperaturen lieber noch einmal reinholen. Mit der Bepflanzung der Beete sollte noch etwa zwei Wochen gewartet werden“, rät der Experte.

Um lange etwas von der Blütenpracht zu haben, sollte die Erde locker sein. Festgepresster Schwarztorf sei nicht so gut geeignet, da sich darin die Nässe staut und die Wurzeln verfaulen können. Wichtig sei auch, den Pflanzen Dünger zuzuführen. Gerade bei Balkonkästen sei ein Langzeitdünger ratsam.

Bei der Düngung ihrer Pflanzen setzt Jutta Schmidt auf Komposterde, die sich in einem dreistufigen System über längere Zeit im Garten der 69-Jährigen entwickelt.

Nachdem der Winter viel kaputt gemacht habe, müsse die Hobbygärtnerin nun einige Lücken in ihren Beeten mit neuen Pflanzen füllen. Mit dabei auch zwei kleine Lavendel-Stämmchen. „Ich hatte noch nie welche. Aber jetzt wollte ich es einfach mal probieren.“

Mit den kleinen Bäumchen liegt die Rentnerin voll im Trend. „Die Leute mögen immer mehr Stämmchen und kleinere Büsche. Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich Geranienbäumchen, Margeritensträucher und Petunienstämmchen“, weiß Römer. Und: „Bunt ist Trend.“ Immer weniger Beete und Balkone erblühen in nur einer oder zwei Farben. Zu den Favoriten gehören mehrfarbige Petunien. Ganz neu im Sortiment der Gärtnerei Römer ist eine Petunienart, die in Schwarz und Gelb erstrahlt. „Das ist ja sehr passend, wo Borussia Dortmund gerade Meister geworden ist“, lacht der Experte. Aber: „Gerade Petunien brauchen viel Wasser. Beim Gießen sollte man keine Regelmäßigkeit aufkommen lassen, sondern sich dem Bedarf der Pflanzen anpassen. Manchmal reicht es einmal am Tag zu wässern, ein anderes Mal brauchen die Pflanzen mehrmals täglich Wasser.“ Ganz wichtig sei auch das Ausputzen. Vertrocknete Pflanzenteile müssten unbedingt entfernt werden. Besonders bei Margeriten und Eisenkraut verhindern vertrocknete Teile das Nachwachsen neuer Blüten. Überwinterte Pflanzen sollten jetzt bereits leichte Ansätze von grün haben. Sei die Pflanze jedoch braun und hölzern, könne davon ausgegangen werden, dass es wohl keine Rettung mehr für sie gibt.

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