Plastik-Kette statt Pollerlösung

Eine Verschwenkung des Kirchpfads lehnten die Kommunalpolitiker mit dem Hinweis auf aktuelle Sparzwänge ab.

WERDOHL ▪ Eine Pollerlösung wird es für die Fußgängerzone zwar nicht geben, dafür soll aber eine Kette zukünftig unerlaubte Fahrten in diesem Bereich verhindern. Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung haben Dienstagabend einstimmig einem entsprechenden Antrag der SPD zugestimmt.

Ratsherr Jürgen Henke wies erneut auf eine SPD-Umfrage hin. „Viele Bürger fürchten in der Fußgängerzone um ihre Sicherheit,“ erklärte Henke. Er schlug vor, die Pfosten im Bereich zwischen Radio Schröder und der Stadtbücherei wieder zu aktivieren – und zwischen diesen eine Plastikkette zu spannen. Henke: „Es ist ein leichtes Material, das die Feuerwehr bei der Durchfahrt nicht behindert.“ Zudem sei diese Lösung beinahe kostenneutral.

Bürgermeister Siegfried Griebsch bat Stadtbrandinspektor Manfred Theile diesbezüglich um eine Stellungnahme. Theile erklärte, eine Plastik-Kette, die einfach von den Feuerwehrmännern durchtrennt werden könne, stelle kein Problem bei Einsatzfahrten dar. Auch diese Aussage führte schließlich zu einem einstimmigen Votum der Ausschussmitglieder.

Auf wenig Gegenliebe stießen die Sozialdemokraten dagegen mit ihrer Idee, den Verlauf des Kirchpfads zu verändern. Im Zuge der dort geplanten Baumfällungen, beziehungsweise Neuanpflanzungen sowie der Kanalsanierung könne der Kirchpfad verschwenkt werden, schlug Henke vor. So könne man eine geringere Steigung erreichen und erhalte obendrein eine größere Spielfläche für den Kindergarten, stellte der Ratsherr fest.

Fachbereichsleiter Bernd Mitschke erklärte, die bisherige Treppe müsse im Zuge der Kanalarbeiten weichen. Diese sollten aber bereits in Kürze beginnen, so dass keine Zeit für etwaige Verhandlungen mit dem Eigentümer des für Henkes Vorschlag benötigten Grundstücks bliebe. Zudem müsse die Treppe in der jetzigen Situation aus dem Sondervermögen Abwasser finanziert werden, somit werde der städtische Etat nicht belastet. Falls man sich nun für die Verlegung des Kirchpfads entscheide, müsse die Maßnahme aber aus Haushaltsmitteln finanziert werden. Der FDP-Politiker Friedhelm Hermes und WBG-Mitglied Friedrich-Wilhelm Middendorf erinnerten Henke ebenfalls an die aktuellen Sparzwänge in Werdohl. Henke gab nach – mit der Maßgabe, die Verlegung später nochmals zu prüfen. ▪ cwi

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