Fundstück im Bauschutt löst Emotionen aus

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30 Mädchen und Jungen präsentieren heute in der Kreuzkirche das Stück „Der Weihnachtsbrief“. Im Mittelpunkt steht ein Schriftstück, das im Bauschutt gefunden wird. Die Aufführung ist im Rahmen der Christvesper geplant, die um 16 Uhr beginnt.

WERDOHL - „Hat jemand meinen Hut gesehen“, ruft ein Mädchen aufgeregt und läuft im Gemeindehaus der Kreuzkirche umher. Es ist Montagmorgen und gleich startet die zweite Kostümprobe für das Krippenspiel – zugleich die Generalprobe. Aufgeführt wird „Der Weihnachtsbrief“ an Heiligabend ab 16 Uhr im Rahmen des Gottesdienstes.

Geschrieben haben das Stück Stefanie Pantack und Christian Wonneberger. Seit 2000 sind die zwei jährlich zuständig für die Organisation des Krippenspiels. Alle zwölf Monate schreiben sie ein neues Stück, keines wurde doppelt aufgeführt.

Die 30 Kinder – zur Hälfte Mädchen, zur Hälfte Jungs – sind zwischen drei und 14 Jahren alt. Ehemalige Akteure gehören längst zur Crew, die im Hintergrund mitarbeiten. Strahlend läuft ein Junge durch den Saal. Er spielt einen Stern. Mit seinem Kostüm sticht er hervor.

Mit-Regisseur Wonneberger berichtet: „Ein paar Rollen mussten wir an die Größeren vergeben. Die anderen Rollen haben wir verlost.“ Böses Blut oder Tränen habe es dabei nicht gegeben. Für jeden war Platz im Stück. Das wurde am Montag bei der Generalprobe noch zweimal durchgespielt. „Die Texte sitzen“, weiß Wonneberger.

Die Nervosität steigt dennoch, kommt der Zeitpunkt der Aufführung doch immer näher. „Ein Drittel der Kinder war noch nie dabei“, verrät Wonneberger. „Die alten Hasen haben ihnen aber geholfen.“ So hätten alle gut ins Team hinein gefunden.

Seit Oktober wurde fast an jedem Samstag drei Stunden lang geprobt. Das Stück dauert rund eine halbe Stunde. Zum Inhalt verrät Pantack: „Am Anfang räumen zwei Arbeiter Müll aus einem Gebäude, das abgerissen werden soll. Ihr Vorgesetzter findet im Bauschutt dann einen Brief.“

Was darin steht und wer ihn geschrieben hat, wird noch nicht verraten. Die Mit-Regisseurin sagt nur soviel: „Es ist ein Brief der Emotionen auslöst. Unser Stück soll das Publikum zum Nachdenken anregen.“

Doch zunächst ziehen die Kinder in Zweierreihen in die Kirche ein. Auf der Bühne stehen aus Pappe hergestellte „Mauerreste“ – die Kulisse für „Der Weihnachtsbrief“. Jetzt werden die Mädchen und Jungen ruhig. Konzentriert geht es zu Werke, damit an Heiligabend alles klappt.

Eine weitere Krippenspielaufführung unter der Regie von Stefanie Pantack und Christian Wonneberger ist auch für das kommende Jahr geplant.

Auch die Teilnehmer des Gottesdienstes in der katholischen Kirche St. Michael dürfen sich heute über eine Vorstellung der Weihnachtsgeschichte freuen. Am Samstag, 21. Dezember, fand bereits die Generalprobe in der Kirche statt.

„Wir versuchen die klassische Weihnachtsgeschichte zu präsentieren“, erklärt Organisatorin Bernadette Gnacke. „Das Besondere ist, dass wie dieses Mal einen Chor im Hintergrund haben, der auch Solo-Elemente in den Vortrag mit einbaut.“

Seit fünf Wochen proben die Schüler des dritten Jahrgangs der katholischen Grundschule für ihren großen Auftritt. Dass dafür jeden Montag die sechste Stunde freigestellt wurde, kam den Darstellern sowie den Organisatorinnen Gnacke und Monica Sanchez sehr entgegen: „So hatten wir keine Überschneidungsprobleme mit Schule und Proben“, betont Gnacke. Kinder, die hauptsächlich aus dem vierten Jahrgang stammen, werden das Schauspiel mit Chorgesängen unterstützen.

Von Michael Koll und Stefan Zorn

Neben dem Krippenspiel in der Kreuzkirche, das heute im Rahmen der Christvesper aufgeführt wird, die um 16 Uhr beginnt, lädt die St.-Michael-Gemeinde ebenfalls für 16 Uhr zum Gottesdienst mit Krippenspiel ein. In der Friedenskirche beginnt die Christvesper mit Krippenspiel um 15 Uhr.

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