Teilnahme am Projekt Ökoprofit

Fürs Klima: Stadt Werdohl will Vorreiter sein

Klimaschutzmanagerin Meike Majewski und Bürgermeister Andreas Späinghaus stellen die Klimaschutz-Projekte vor, an denen sich die Stadt beteiligt. Sie hoffen, viele Werdohler für den Klimaschutz sensibilisieren zu können.
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Klimaschutzmanagerin Meike Majewski und Bürgermeister Andreas Späinghaus stellen die Klimaschutz-Projekte vor, an denen sich die Stadt beteiligt. Sie hoffen, viele Werdohler für den Klimaschutz sensibilisieren zu können.

„Die Stadt Werdohl will mit gutem Beispiel vorangehen“, stellt Klimaschutzmanagerin Meike Majewski fest. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) erklärt sie, was sich die Stadt von der Teilnahme am Projekt Ökoprofit erhofft.

Die dritte Ökoprofit-Runde im Märkischen Kreis hat am 14. April begonnen. Nachdem die Kindertagesstätte Gernegroß an der zweiten Runde teilgenommen hatte, ist jetzt die Stadtverwaltung selbst mit von der Partie. Bürgermeister Späinghaus ist überzeugt, dass schon die Gernegroß-Teilnahme eine Menge bewirkt hat: „Dort sind viele kleine Klimaschutzdetektive ausgebildet worden. Die Kinder sind sensibilisiert. Es ist gut, dass auch ein so kleines Projekt Anerkennung gefunden hat.“

Dass sich nun die Verwaltung beteiligt, hat aus Sicht der Klimaschutzmanagerin auch eine Signalwirkung. „Es hat eine Menge mit Glaubwürdigkeit zu tun.“ Außerdem ist sie überzeugt: „Im altehrwürdigen Rathaus-Gebäude kann man einiges bewegen. Und auch in unserem Verhalten steckt Potenzial.“

Solarpaneels für das Rathaus?

Diese Meinung teilt der Bürgermeister. „Was das Nutzerverhalten in unserem Haus angeht, können wir sicher noch etwas bewegen.“ Zudem sollten aus seiner Sicht öffentliche Gebäude grundsätzlich mit Solaranlagen bestückt werden. Es gab schon mal einen Vorstoß, das Rathaus mit Solarpaneels zu versehen. Das Gebäude steht aber unter Denkmalschutz, deshalb wurde damals nichts daraus.“ Inzwischen habe sich aber einiges verändert. „Es muss möglich sein, Klima- und Denkmalschutz in Einklang zu bringen.“

Darüber hinaus habe er immer noch die Idee von einem papierlosen Büro. „Zumindest sollte nur noch das Nötigste ausgedruckt werden. Und dabei könnte man auf Recyclingpapier umstellen.“

Projekt setzt auf Sensibilisierung

Meike Majewski ist zuversichtlich, dass sich viele Rathausmitarbeiter während des Projektes einbringen. „Es geht um Sensibilisierung, da setzt Ökoprofit an.“ Die Verwaltung sei ja bereits aktiv geworden, so stünden den Rathaus-Mitarbeitern nur noch Elektro- oder Hybrid-Fahrzeuge zur Verfügung. Damit ist das Thema Fuhrpark aber noch nicht erledigt. „Für mich sind immer noch Dienstfahrräder ein Thema“, sagt Meike Majewski. So könne sie sich beispielsweise gut vorstellen, dass in der Poststelle ein E-Bike-Lastenfahrrad zum Einsatz kommen könnte. Abgeneigt ist der Bürgermeister nicht. „Regelmäßige Bewegung, beispielsweise durch Radfahren, hat natürlich auch positive Effekte auf die Gesundheit.“

Projekt Ökoprofit: Kosten runter, Öko-Effizienz rauf

Ökoprofit ist ein bundesweites Projekt, dessen Ziel die nachhaltige ökonomische und ökologische Stärkung von Unternehmen und anderen Institutionen ist. Durch ein System aufeinander abgestimmter Maßnahmen sollen Kosten gesenkt und die Öko-Effizienz gesteigert werden. Ökoprofit wird im Märkischen Kreis durch die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) in Zusammenarbeit mit Kommunen durchgeführt. Der bürokratische Aufwand soll so gering wie möglich gehalten werden. In einer Gruppe von zehn bis 15 Teilnehmern sollen Maßnahmen zur Kostensenkung und Umweltentlastung individuell aufgezeigt und in einem für den Betrieb maßgeschneiderten Umweltprogramm zusammengefasst werden. Zusätzlich werden die Teilnehmer über ein Jahr lang in acht Workshops über Themenbereiche wie Energie, Wasserverbrauch, Abfall, Rechtsaspekte, Gefahrstoffe, Mitarbeitermotivation und Arbeitsschutz geschult.

Doch zurück zum Rathaus selbst. „Was Verbesserungen angeht, haben wir viel Luft nach oben“, meint Meike Majewski. Sie ist sicher, dass sich im Rahmen des Gebäuderundgangs mit den entsprechenden Fachleuten viele kleinere Klimaschutz-Ansatzpunkte finden. „Alle zusammen werden in der Summe dann schon viel ausmachen.“ Die Klimaschutzmanagerin hat selbst beispielsweise einen Hinterausgang des Rathauses im Auge. „Im Winter hatte sich innen an der Tür Eis gebildet. Mit einer entsprechenden Dichtung könnte an dieser Stelle Energie gespart werden.“

Teil der Kampagne „Klimaschutz mit Bravour“

Damit Klimaschutz aber nicht nur im Rathaus umgesetzt wird, beteiligt sich die Stadt zeitgleich an der Klimakampagne der Bezirksregierung Arnsberg „Klimaschutz mit Bravour“, die offiziell am 22. April begonnen hat. 71 Kommunen sind mit dabei. „Die Bezirksregierung Arnsberg greift dabei den Städten unter die Arme, um Klimaschutzprojekte zu bewerben“, schildert Meike Majewski. Angesprochen seien Privatpersonen, aber auch Unternehmer und Gewerbetreibende. Im ersten Teil der Kampagne in diesem Jahr liegt der Fokus auf Fotovoltaik-Anlagen. Das Ziel sei, mehr Anlagen zur Erzeugung von Solarstrom auf die Dächer im Regierungsbezirk Arnsberg zu bringen.

Werdohl könne nicht nur auf fachliche Beratung hoffen, sondern auch auf Medien, wie Flyer, Broschüren und mehr zurückgreifen. Das Informationsmaterial werde von der Energie-Agentur NRW zur Verfügung gestellt. „Auch die Bezirksregierung setzt dabei auf den Netzwerkgedanken“, unterstreicht Majewski. So werde den Kommunen Arbeit erspart, denn sie könnten vom Wissenstransfer innerhalb des Netzwerkes der Klimakampagne profitieren. Gleichzeitig würden interessierte Bürger auf der lokalen Ebene besser erreicht als auf Landesebne und hätten die Möglichkeit, sich vor Ort über Fotovoltaik-Anlagen und Fördermöglichkeiten zu informieren.

Klimaschutz mit Bravour: Weitere Informationen im Internet unter www.bra.nrw.de/klimaschutz-mit-bravour. Fragen, auch zum Projekt Ökoprofit, beantwortet Meike Majewski, Tel. 0 23 92 /91 72 65, E-Mail: m.majewski@werdohl.de.

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