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Für fast 40.000 Euro: In Werdohl bekommt jeder Schüler ein iPad

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Von: Carla Witt

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Künftig kann an der Werdohler Realschule jeder Schüler mit seinem iPad arbeiten.
Künftig kann an der Werdohler Realschule jeder Schüler mit seinem iPad arbeiten. © Kerstin Zacharias

„Einen so schönen Arbeitstag hatte ich schon lange nicht mehr.“ Realschul-Leiter Oliver Held hat sichtlich gute Laune, als er die Gäste in der Aula begrüßte.

Das hat einen guten Grund: Die Sponsoren, die er an diesem Montagmorgen eingeladen hat, haben großen Anteil daran, dass jedem Realschüler ein iPad zur Verfügung gestellt wird: Sie haben 20.500 Euro gespendet.

Rein rechnerisch hätte jeder Jugendliche, der die auslaufende Schule besucht, im Schuljahr 2022/2023 ein halbes iPad nutzen können. „Mit einem halben iPad kann man viel machen, aber der tägliche Einsatz ist damit eben nicht realisierbar“, bilanzierte Held. Der Schulleiter dachte nicht nur darüber nach, wie er das Beste für die Schüler erreichen könnte. „Es schmerzte mich ganz besonders, weil wir ansonsten digital super aufgestellt sind. Wir haben W-Lan im gesamten Gebäude und verfügen über Apple-TV.“ Aber nur, wenn jedem Schüler ein Gerät zur Verfügung stünde, könne man in eine neue, digitale Dimension starten. 100 Geräte waren an der Realschule vorhanden, „Bei 204 Schülern benötigten wir etwa 100 weitere“, rechnete Held vor.

Dank an die Sponsoren

Er bedankte sich bei den Sponsoren – nicht alle konnten am Montagmorgen teilnehmen – und erklärte: „Jede Spende ist uns viel wert.“ Ein besonderes Dankeschön richtete er aber an Lutz Menshen: „Er war der Erste, mit dem ich gesprochen habe. Ohne dieses Gespräch hätte ich nicht den Mut gehabt, weitere Sponsoren anzusprechen.“

Einige der Sponsoren, die die Anschaffung von 100 zusätzlichen iPads für die Realschule ermöglicht haben. Reinhardt Haarmann, zuständig für Schulangelegenheiten bei der Stadt (hinten, Mitte), berichtete am Rande der Veranstaltung: „Wir haben die Schallmauer durchbrochen. An Werdohler Schulen sind jetzt mehr als 1000 iPads im Einsatz.“
Einige der Sponsoren, die die Anschaffung von 100 zusätzlichen iPads für die Realschule ermöglicht haben. Reinhardt Haarmann, zuständig für Schulangelegenheiten bei der Stadt (hinten, Mitte), berichtete am Rande der Veranstaltung: „Wir haben die Schallmauer durchbrochen. An Werdohler Schulen sind jetzt mehr als 1000 iPads im Einsatz.“ © Witt, Carla

Für eine ordentliche Finanzspritze habe auch der Förderverein der Schule gesorgt. „Der Förderverein hat 11 000 Euro beigesteuert. Fast die komplette Kasse ist geleert worden.“ Das verbliebene finanzielle Loch hätten schließlich die Schüler mit Unterstützung ihrer Eltern und Familien selbst gestopft: „In der vergangenen Woche haben wir einen Wandertag mit unseren zehn Klassen durchgeführt.“ Vier Wanderstrecken hätten zur Wahl gestanden; jede sei durch 400 Meter geteilt worden, „so, als ob wir jeweils eine Runde im Stadion Riesei gelaufen wären“. Auch das Ergebnis der Sponsorenwanderung sei beeindruckend, unterstrich Held: „Etwa 5000 Euro sind zusammengekommen. Damit haben wir es geschafft!“

Unterstützung durch den Schulträger

Oliver Held bedankte sich auch bei den Verantwortlichen der Stadt Werdohl: „Der Schulträger hat uns unterstützt und uns in die Lage versetzt, jetzt richtig durchstarten zu können.“

Die Sponsoren

Folgende Sponsoren haben die Anschaffung der 100 iPads mit einer Spende unterstützt: Lukad-Holding und Familien Menshen und Tölle, Vossloh AG, Enervie/Mark-E, Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis, Stadtwerke Werdohl, Elektro Meschede & Co./Dirk Middendorf, Bettina und Christoph Plassmann, Förderverein der Realschule.

Die Investition der Sponsoren sei nicht nur besonders, weil jeder Realschüler davon profitiere, sie sei auch nachhaltig, unterstrich Held. So würden die Entlass-Schüler ihre iPads jeweils abgeben – und somit den Jugendlichen anderer Werdohler Schulen zur Verfügung stellen.

Geräte noch nicht in Werdohl angekommen

Noch seien die neuen Geräte allerdings nicht in Werdohl angekommen: „Ich rufe den Lieferanten alle paar Tage an. Unsere iPads sind irgendwo zwischen Schanghai und Rotterdam unterwegs“, berichtete Held in der Aula. Gegen Mittag rief der Schulleiter dann in der Redaktion an – und berichtigte diese Aussage: „Unsere iPads sind gerade angekommen – pünktlich zum Nikolaustag!“

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