„Für alles da, über das sich Bürger aufregen“

Bodo Schmidt vom Fachbereich und Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel (r.) stellten gestern Melanie Griebsch vor, die mit Ingo Müller verstärkt im Außendienst unterwegs sein wird.

WERDOHL ▪ Das Ordnungsamt hat seit Mitte Januar den Außendienst neu organisiert. Neben ihren üblichen Aufgaben werden die Mitarbeiterin Melanie Griebsch und der Mitarbeiter Ingo Müller zusätzlich acht Stunden pro Woche zu wechselnden Zeiten in der Innenstadt und den Stadtteilen unterwegs.

Schon seit Jahren ist es ein stets wiederholter Wunsch von Bürgerschaft und Politik, dass Ordnungskräfte mehr Präsenz auf der Straße zeigen sollen. Nach einem missglückten Versuch, dieses Sicherheitsgefühl durch Männer des Security-Dienst de Blois einzukaufen, hatte das Ordnungsamt die Aufgaben vorübergehend an zwei 400-Euro-Kräfte übertragen.

„Nach diesen vielen Erfahrungen wollten wir uns qualitativ anders aufstellen“, erklärte gestern der stellvertretende Fachbereichsleiter Bodo Schmidt im Rahmen eines Pressegesprächs im Werdohler Ordnungsamt. Melanie Griebsch und Ingo Müller seien mit allen ordnungsrechtlichen Angelegenheit fach- und sachkundig betraut.Sie seien aufgrund ihrer sehr umfassenden Ausbildung in der Lage, die vielfältigen Regelungen der „ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ sowie der „Straßenreinigungssatzung im Stadtgebiet Werdohl“ zu überwachen.

Die Außen-Präsenz der beiden gehe zu Lasten des Innendienstes, so Bodo Schmidt. Für den ratsuchenden Bürger werde es „die ein oder andere Erschwernis“ geben, einen Ansprechpartner im Haus zu finden. Griebsch und Müller könnten allerdings viele ordnungsrechtliche Fragen auch auf der Straße im Gespräch mit den Bürgern klären.

Schmidt: „Wir wollen davon weg, möglichst groß und möglichst breit durch die Stadt zu gehen.“ Die Präsenz von äußert kräftigen Security-Männern sei nicht mehr das Konzept. Schmidt: „Wir wollen nicht Ordnungsrecht mit dem Hammer durchsetzen.“ Griebsch und Müller werden auch jeweils allein unterwegs sein. Während ihrer Außendiensttätigkeit sind beide an ihrer blauen Dienstkleidung mit der Aufschrift „Ordnungsamt“ gut zu erkennen und jederzeit für Wünsche, Anregungen und Beschwerden ansprechbar. Auch der Fußstreifenpolizist Passenheim sei allein unterwegs, so Schmidt, auch wenn die Zusammenarbeit mit der Polizei nicht der klassischen Ordnungspartnerschaft entspreche.

Seit eineinhalb Jahren ist die Vollzeitstelle von Karl-Heinz Sommer nach dessen Pensionirung unbesetzt. Wegen der schlechten Haushaltslage galt zunächst eine Wiederbesetzungssperre. Aus Mitteln für die früheren 400-Euro-Kräfte und alten Stellenanateilen ist jetzt eine Halbtagsstelle für den Außendienst im Ordnungsamt ausgeschrieben. Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel: „Frau Griebsch und Herr Müller werden durch die neue Halbtagskraft überwiegend an Abendstunden und Wochenende unterstützt.“

Die Einsatzgebiete der Außendienstler beschreibt Schmidt so: Krach und Lärm durch Jugendliche, Hundedreck, offener Alkoholkonsum, Müllproblematik und Fehlverhalten von Gruppen; kurz „all das, worüber sich die Bürger aufregen.“

Von Volker Heyn

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