Frust an einem Auto ausgelassen? Zwei Werdohler vor Gericht

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Werdohl - Weil sie ihren Frust über den Rauswurf aus einem Lüdenscheider Lokal an einem Auto ausgelassen haben sollen, müssen sich zwei Werdohler wegen Sachbeschädigung vor Gericht verantworten. Die beiden bestreiten den Vorwurf.

Zum Zeitpunkt der „Misshandlung“ des BMW, die einen Schaden von 5500 Euro hinterlassen haben soll, hätten sie in einer benachbarten Bäckerei gefrühstückt. Der Besitzer des ramponierten Autos erzählte im Amtsgericht Lüdenscheid die Vorgeschichte: In Fortsetzung eines schon älteren Streits mit einem der beiden Angeklagten sei es in dem Lokal zu einer Diskussion, zu Wortgefechten und Bedrohungen gekommen. „Der Wirt hat die beiden rausgeschmissen.“ 

Zum Augenzeugen wurde der 57-Jährige erst wieder, als sein Fahrzeug bereits beschädigt war. Den Umfang der an der Karosserie ausgelassenen Aggressionen machte eine Angabe über die getroffenen Teile deutlich: „Front, Heck, Seite, Kotflügel hinten und vorne: Es waren kaum Teile dabei, die nicht demoliert waren.“ Der Zeuge zog aufgrund des vorangegangenen Streits den Schluss, dass die beiden Kontrahenten aus dem Lokal zugetreten hatten. 

Schuhabdruck dokumentiert

„Sie wollen die Angeklagten an den Pranger stellen“, warf ihm der Verteidiger im Gegenzug vor. Die Polizei dokumentierte einen Schuhabdruck auf einem Tankdeckel, der jedoch nicht zweifelsfrei einem der Angeklagten zugerechnet werden konnte. 

Um das eigentliche Tatgeschehen aufzuklären, mussten deshalb weitere Zeugen befragt werden: Einer war sich „gar nicht sicher, ob das die beiden waren“. Ein extra herbeigerufener Polizist hatte die Angeklagten am Tattag beim Frühstück in der Bäckerei gesehen. Wie viel sie zu diesem Zeitpunkt schon gegessen hatten, konnte er nicht sagen. Die Staatsanwältin hatte auf einen Hinweis auf die Verweildauer der Angeklagten in der Bäckerei gehofft. 

Fortsetzung am 21. Dezember 

Ein weiterer Zeuge soll bei der Fortsetzung des Strafverfahrens am 21. Dezember gehört werden: Er soll die Beschädigung des Autos von einem Nachbarhaus aus beobachtet und die Angeklagten als Täter erkannt haben. Doch bisher ist die Beweislage eher unübersichtlich. Auch Richter Thomas Kabus sprach in der Verhandlung von „Widersprüchen und Problemen bei der Identifizierung der Täter“.

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