Frauenhilfe im Bezirk Friedenskirche gibt auf

Elfriede Reimann und Christa Gloger geben die Leitung der Frauenhilfe im Bezirk Friedenskirche auf.

WERDOHL ▪ Sie hat eine annähernd 90-jährige Geschichte – die evangelische Frauenhilfe aus dem Bezirk der Friedenskirche in Eveking. Jetzt soll sie aufgelöst werden; gesundheitliche Gründe des Führungsduos Elfriede Reimann (77) und Christa Gloger (77) und – wie in vielen Fällen auch – der demographische Wandel zwingen zu dieser Maßnahme.

Elfriede Reimann und Christa Gloger haben ihre Aufgaben ebenso wie ihre Vorgängerinnen ehrenamtlich wahrgenommen. Sie sollen nun im Gottesdienst am Sonntag, 2. Dezember, geehrt und verabschiedet werden.

Der entsprechende Beschluss zur Auflösung der evangelischen Frauenhilfe Eveking wurde bereits Mitte Oktober im Bezirksausschuss des Gemeindebezirks Versetal gefasst; jetzt wurde er den noch verbliebenen Frauen mitgeteilt – verbunden mit dem Hinweis auf entsprechende Alternativen, die in der Zukunft noch in der Stadtmitte oder auf der Königsburg angeboten werden. Eine kleine Adventsfeier im vertrauten Kreis wird es noch geben. Zum Ende des Jahres wird dann die Abmeldung beim Frauenhilfeverband Soest wirksam.

Pastor Adolf Wicke und seine Frau waren es, die die Frauenhilfe im Jahr 1923 im Versetal ins Leben gerufen hatten. Zu Spitzenzeiten – vor allem vor dem Zweiten Weltkrieg – gehörten ihr bis zu 250 Mitglieder an. Heute sind es gerade einmal noch rund 15. Die Frauen widmeten sich diakonischen Aufgaben sowohl innerhalb der Kirchengemeinde, als auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus.

Elfriede Reimann, die nach dem Tod von Ruth Keller Mitte der siebziger Jahre die Leitung der Frauenhilfe übernommen hatte, erinnert sich: „Wir waren bei den Anträgen für Müttergenesungskuren behilflich“, und zum Teil seien diese Kuren durch eigene Mittel mitfinanziert worden. Ostpakete wurden verschickt, auf eigene Kosten und nicht aus kirchlichen Mitteln. Bei der Kindernothilfe hatten sich die Versetalerinnen engagiert, und derzeit ist es ein Patenkind aus Tansania, dem mit finanziellen Zuwendungen zu einem würdigen Leben und einer guten beruflichen Ausbildung verholfen wird. Doch dieser Einsatz wird nur noch 2013 möglich sein; danach ist auch die Kasse der Frauenhilfe weitgehend erschöpft.

Wie Elfriede Reimann, so hatte auch Christa Gloger großen Anteil daran, dass die Aktivitäten innerhalb der Frauenhilfe nicht ermüdeten. Das galt insbesondere für die Zeit, in der Elfriede Reimann privat lange Zeit sehr eingeschränkt war. In dieser Zeit hatte Christa Gloger die kommissarische Leitung der Frauenhilfe.

Abgesehen von den skizzierten Tätigkeitsfeldern war es dem Führungsduo immer wichtig, die Treffen der Frauenhilfe mit einem Thema zu verbinden.

Sicher ist im Zusammenhang mit der Auflösung der Frauenhilfe auch, dass die Angebote für Senioren innerhalb des Gemeindebezirks der Friedenskirche im nächsten Jahr über das Café Kino und den Männertreff hinaus neu strukturiert werden sollen. - Von Rainer Kanbach

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