Frost stoppt Bauarbeiten: Am Rathaus-Aufzug stockt es

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Im Keller liegt der Zugang zu dem Aufzug, der Besucher und Mitarbeiter barrierefrei bis ins Dachgeschoss bringen soll.

Werdohl - Seit Montag herrscht Stillstand auf der Baustelle im Innenhof des Rathauses. Die Minusgrade zwingen die Arbeiter, die den Schacht für den Aufzug des Verwaltungsgebäudes bauen, zu einer Pause.

Trotzdem soll es schon bald barrierefrei bis ins Dachgeschoss gehen. Die Arbeiten laufen bereits seit dem Ende des vergangenen Jahres, zunächst allerdings von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Im Keller des Rathauses wurden Wände durchbrochen, eine Toilette wurde barrierefrei umgebaut. 

Der Teil des Projektes, der am aufwendigsten und auch von außen gut sichtbar ist, ist aber der Bau des rund 14 Meter hohen Schachtes, in dem später einmal der Aufzug fahren soll. Er wird aus zweischaligen Stahlbetonfertigteilen errichtet, deren Zwischenraum dann vor Ort noch mit flüssigem Beton verfüllt wird. Und genau das ist der Grund, warum auf der Baustelle im Moment nicht gearbeitet kann: Die Mischung aus Wasser, Zement und Steinen kann bei Temperaturen unterhalb von minus 5 Grad nicht mehr verarbeitet werden, weil sich dann Eislinsen bilden, die das Gefüge zerstören. Bei Dauerfrost, wie ihn die Meteorologen für die nächsten Wochen vorhersagen, würden sie die Arbeiten natürlich erheblich verzögern. „Dann müssen wir davon ausgehen, dass der Aufzug erst im Frühjahr fertig wird“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Schroeder.

Bis zur Hälfte in die Höhe gewachsen

Immerhin: Bis zur Hälfte ist der Aufzugsschacht bereits in die Höhe gewachsen, zwei weitere Stockwerke müssen noch draufgesetzt werden. „Damit werden dann alle Etagen im Rathaus-Altbau barrierefrei zugänglich“, sagt Petra Conredel, die neue stellvertretende Leiterin der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement im Rathaus. 

An der Rückseite des Rathauses entsteht derzeit der 14 Meter hohe Aufzugsschacht in Stahlbetonbauweise.

Zugang zum Aufzug erhalten Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte durch den Keller des Rathauses. Dazu wird an der Vorderseite eine relativ aufwendige Rampe gebaut. Dort geht es dann in den Bereich, in dem bis zum Herbst 2015 noch die Schilderstelle untergebracht war. Ein Teil dieses Raums wird noch abgeteilt, um dort Technik unterbringen zu können, geradeaus geht es dann direkt auf die Aufzugstür zu. Im Keller ist die Öffnung, durch die man später den Aufzug betreten kann, schon fertig, in den oberen Etagen noch nicht. Schließlich wird dort noch ganz normal gearbeitet. Sobald der Aufzugsschacht fertig ist und von außen weder Kälte noch Wasser eindringen können, wird auf jeder Etage eine Fensteröffnung vergrößert, um Zugänge zum Fahrstuhl zu schaffen. 

Verkleidung aus Titanzink

Von außen wird der Aufzugsschacht schließlich eine Verkleidung aus Titanzink erhalten. Die schiefergraue Hülle soll dafür sorgen, dass sich das neue Bauwerk optisch besser an die Fassade des denkmalgeschützten neobarocken Gebäudes anpasst. 

Die ganze Maßnahme wird mindestens 485 000 Euro kosten. Fachbereichsleiter Michael Grabs ging vor einigen Wochen jedoch schon davon aus, dass diese veranschlagte Summe nicht ganz ausreichen wird. Die Stadt bekomme die gute Auftragslage im Baugewerbe zu spüren, sagte er zur Erklärung. Und es sind erst fünf von zwölf Abschnitten des Bauprojekts vergeben, weitere Preissteigerungen sind also nicht ausgeschlossen. 

Zuschuss aus Förderprogramm

Doch zumindest für den ursprünglich kalkulierten Betrag kann die Stadt mit einem satten Zuschuss aus dem Förderpogramm „Stadtumbau West“ rechnen. Bund und Land fördern damit auch Maßnahmen zur Verbesserung des kommunalen Gebäudebestandes. In diesem Fall erhält Werdohl 80 Prozent Zuschuss, also 390 000 Euro. 

Die Kosten, die über die ursprüngliche Kalkulation hinausgehen, wird die Stadt nach Grabs’ Einschätzung zu 100 Prozent übernehmen müssen. „Wir suchen aber noch nach Fördermöglichkeiten“, hat er die Hoffnung auf weitere Geldgeber noch nicht aufgegeben.

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