Hoffen auf Rückkehr weiterer Kunden

Friseure sind erleichtert: Salonbesuch ohne Schnelltest

Friseurmeisterin Zekiye Özmen
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Friseurmeisterin Zekiye Özmen ist zuversichtlich, dass wieder mehr Kunden in ihren Salon kommen, nachdem die Testpflicht jetzt hinfällig ist. Vielen Kunden sei es zu aufwendig, vor dem Friseurbesuch noch eine Teststelle aufzusuchen, hat Özmen festgestellt.

Die Regelungen für die körpernahen Dienstleistungen wurden jetzt auch im Märkischen Kreis erheblich gelockert.

Nachdem Friseurmeisterin Zekiye Özmen am Freitag die E-Mail der Handwerkskammer gelesen hatte, machte sie sich sofort daran, die Neuigkeit in den sozialen Medien zu verbreiten, „damit es all unsere Kunden möglichst schnell erfahren.“ Wer eine körpernahe Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte – sich also zum Beispiel einen neuen Haarschnitt wünscht oder die Haarfarbe auffrischen lassen möchte – der muss sich vorher nicht auf den Weg zum Testzentrum machen: Kunden benötigen keinen Schnelltest mehr – vorausgesetzt sie und die Friseurin, beziehungsweise der Friseur, tragen während der gesamten Zeit im Salon eine medizinische Maske.

„Ich habe das natürlich sofort überall gepostet“, erzählt die Inhaberin des Salons Hair Style an der Bahnhofstraße, die am Dienstagmorgen nur wenige Kunden persönlich begrüßen konnte. Dafür verbrachte die Friseurmeisterin viel Zeit am Telefon, um gerade älteren Kunden die Nachricht vom Aussetzen der Testpflicht zu erzählen und Termine zu vereinbaren. Denn: „Viele haben ihre Termine wegen der Testpflicht abgesagt oder aber erst gar keinen Termin vereinbart“, stellt Zekiye Özmen fest.

Viele Terminabsagen aufgrund der Testpflicht

Das Testzentrum auf dem Riesei sei gerade für diejenigen, die nicht mobil sind, sehr schwer zu erreichen. „Ohne Auto ist es ein echtes Problem dorthin zu kommen.“ Dazu komme, dass der Termin im Testzentrum zeitlich auch noch zum Friseurtermin passen müsse. Schon allein die Planung dieser Termine und der Anfahrten sei vielen Kunden viel zu umständlich, hat die Friseurmeisterin in Gesprächen immer wieder festgestellt. Seit Apotheker Kenan Karakas am 10. Mai nur einen Steinwurf vom Salon Hair Style entfernt in der Neuen Apotheke ein Testzentrum eröffnet hat, habe sich die Lage schon etwas entspannt: „Es kommen schon mehr Kunden.“

Doch zeitlich mussten Test und Friseurtermin bisher immer noch genau geplant werden. Und: Nicht jeder empfinde den Test als besonders angenehm und überlege auch deshalb, ob der Friseurbesuch unbedingt sein müsse. Angst, Unsicherheit und eine coronabedingte Bequemlichkeit, die sich bei vielen eingeschlichen habe, seien weitere Gründe für große Lücken im Terminkalender.

Mehr Schwarzarbeit während der Pandemie

Und besonders eine Sorge belastet die Friseurmeisterin zusätzlich: „Durch die Corona-Pandemie hat die Schwarzarbeit unglaublich zugenommen“, hat sie festgestellt. Als coronabedingt kein Friseur öffnen durfte, sei sie immer wieder angesprochen worden. „Die Leute wollten, dass ich zu ihnen nach Hause komme und ihnen dort die Haare mache. Ich habe das natürlich abgelehnt.“ Aber sie wisse auch, dass nicht nur einige ihrer Kunden bei der Suche doch noch fündig geworden seien. „Man kann nur hoffen, dass die Schwarzarbeit jetzt wieder weniger wird und auch diese Kunden in die Salons zurückkommen.“

Plakat im Schaufenster

Der Hinweis auf den Wegfall der Testpflicht ist im Schaufenster des Salons Ayla an der Sandstraße auch im Schaufenster zu lesen. „Die Kunden, mit denen ich heute telefoniert habe, wussten davon noch nichts“, berichtet Juniorchef Oguzhan Oral. Er empfindet die neue Regelung als große Erleichterung. „Und den Kunden wird es sicher ebenso ergehen“, ist Oral überzeugt. Denn auch im Salon Ayla habe sich gezeigt, dass vielen Kunden ein Friseurbesuch, dem ein Termin im Testzentrum vorgeschaltet ist, einfach zu umständlich erscheint.

Dass nicht alle Dienstleistungen im Salon ohne vorherigen Test möglich sind, könne man verschmerzen: „Auch, wenn der Kunde für die Bartpflege noch einen Schnelltest vorlegen muss. Jetzt geht es so langsam in Richtung Normalität. Hoffen wir, dass es sich so weiter entwickelt.“

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