Umsatzrückgang

Friseure leiden unter Corona-Folgen

Karsten Groll führt den Friseurbetrieb Haargenau Beautycenter Groll in Werdohl. Zudem gehören ihm auch Salons in Breckerfeld und Iserlohn.
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Karsten Groll führt den Friseurbetrieb Haargenau Beautycenter Groll in Werdohl. Zudem gehören ihm auch Salons in Breckerfeld und Iserlohn.

Die Friseure in Werdohl und Neuenrade kämpfen etwa ein halbes Jahr nach der Wiedereröffnung ihrer Salons weiterhin mit den Folgen der Coronakrise.

Karsten Groll, Inhaber des Friseurbetriebs Haargenau Beautycenter Groll an der Bahnhofstraße in Werdohl, sowie der Salons Haargenau in Breckerfeld und Catwalk in Iserlohn, berichtet von einem Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Jahr 2019. „Trotz allem ist die Auslastung aber gut“, stellt er fest – und unterstreicht: „Wir stehen besser da als der Markt.“

Die verhältnismäßig gute Situation führt Groll auf mehrere Faktoren zurück. „Die Zeit des Lockdowns haben wir stark für Weiterbildung genutzt.“ Allein im Januar und Februar hätten die Mitarbeiter an 36 Seminaren teilgenommen. „Die Teams haben sehr gut mitgezogen“, lobt der Friseurmeister.

Groll: Auch bei 2G-Regel nicht mehr Kunden

Viele Stammkunden kämen regelmäßig in die Salons, aber es sei auch gelungen, neue Kunden zu gewinnen. Den Anteil der Kunden, die vollständig gegen das Coronavirus immunisiert sind, schätzt Karsten Groll auf etwa 70 bis 80 Prozent. Auch deshalb glaubt er nicht, dass mehr Kunden kommen würden, wenn die 2G-Regel eingeführt würde. „Wir machen natürlich das, was gesetzlich vorgeschrieben ist, aber wir preschen in dieser Beziehung nicht vor.“

Im Salon Elvira Haarmoden an der Ersten Straße in Neuenrade ist die wirtschaftliche Situation alles andere als rosig. „Nach dem Lockdown konnten wir uns vor Arbeit nicht retten, mit steigender Inzidenz wurde es dann wieder deutlich weniger. Momentan ist es wieder ganz schlecht“, unterstreicht Friseurmeisterin Elvira Troppmann. Sie schätzt, dass „etwa 50 Prozent weniger Kunden kommen, als vor der Coronapandemie“. Voran das liegt, kann die Friseurmeisterin nur vermuten. „Viele Kunden schieben den Friseurbesuch so weit wie möglich nach hinten, um nicht mehr so oft in den Salon kommen zu müssen.“ Aus Gesprächen wisse sie: „Viele ältere Menschen haben Angst, obwohl sie geimpft sind.“

Kunden gehen nicht mehr so häufig zum Friseur

Die Aussagen der heimischen Friseure decken sich mit dem, was Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, kürzlich gegenüber der Deutschen Presseagentur erklärt hat. Nach einem enormen Zulauf nach der Wiedereröffnung sei spürbar geworden, dass viele Kunden nicht mehr so häufig zum Friseur gehen wie vor der Pandemie.

Das Statistische Bundesamt hatte für die ersten drei Quartale 2020 ein Umsatzminus von 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ermittelt. Kurz vor Weihnachten 2020 mussten die Friseure bis Ende Februar geschlossen bleiben und durften erst am 1. März wieder aufmachen. Offizielle Umsatzzahlen für die Zeit danach gibt es noch nicht.

Wirtschaftliche Besserung wird nicht erwartet

In den nächsten Jahren rechnet Verbandsvertreter Jörg Müller nicht mit einer wirtschaftlichen Besserung in seinem Handwerk. Es werde ein schwieriger Herbst und ein schwieriger Winter. Die Kosten seien in vielen Betrieben „aus dem Ruder gelaufen“, und die immensen Einnahmeausfälle des Lockdown-Winters 2020/21 hätten die Friseurmeister nicht annähernd kompensieren können – trotz zuletzt gestiegener Preise, die das Statistikamt vermeldet hatte.

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