Friedenstraße: Fünf Kastanien müssen gefällt werden

Die betroffenen Kastanien an der Friedenstraße sollen in der kommenden Woche gefällt werden. - Foto: Heinze

WERDOHL - An der Frieden-straße müssen fünf Kastanien wegen Bruchgefahr gefällt werden. Das teilt Uwe Bettelhäuser, Leiter des städtischen Baubetriebshofes, jetzt mit. Die Bäume seien von einer neuen Komplexkrankheit, einer Bakterienrindenfäule, befallen. An 17 weiteren der rotblühenden Rosskastanien an der Friedenstraße müsse zudem Totholz entfernt werden. Bettelhäuser schätzt, dass die Bäume um die 80 Jahre alt sind.

Im Rahmen der zweimal jährlich stattfindenden Baumbegutachtung durch den Baubetriebshofmitarbeiter Siegfried Maucher seien die erkrankten Bäume aufgefallen. Um eine zweite Meinung einzuholen, sei der Baumsachverständige Michael Birke aus Menden als externer Experte hinzugezogen worden, so Bettelhäuser weiter. Die Straße habe Alleecharakter. Bevor man solche Bäume fälle sei es deshalb sinnvoll, den Baumsachverständigen um ein Gutachten zu bitten.

In diesem Gutachten heißt es, dass die Bakterienkrankheit im Jahre 2002 erstmals in der Europäischen Union aufgetaucht ist. „Geschädigt werden können Pflanzen jeglicher Altersklasse und Nutzung (Einzelbaum, Alleebaum),“ schreibt der Sachverständige weiter. Details zur möglichen Infektion der Bäume seien bisher nicht bekannt. Gefördert werde die sich stark ausbreitende Krankheit vermutlich durch höhere Temperaturen, schreibt Birke weiter. Der Erreger und die damit auftretenden Schäden seien bisher nicht nur aus der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden bekannt, sondern auch aus Belgien und Frankreich, ist in dem Gutachten zu lesen.

Sichtbar werde der Bakterienbefall dadurch, dass sich die Rinde vom Stamm löse. „Die Blätter färben sich gelb und fallen ab. Die komplette Vitalität der Bäume ist weg“, sagt Bettelhäuser. Der Baum sterbe von oben nach unten ab.

Die betroffenen Kastanien sollen laut Bettelhäuser Mitte der kommenden Woche gefällt werden. Der genaue Termin werde noch bekannt gegeben. Eine Fremdfirma sei mit der Rodung beauftragt worden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 2000 Euro.

Der Baumsachverständige Birke geht davon aus, dass an der Friedenstraße weitere Rosskastanien erkranken und dann entfernt werden müssen. Gegenmaßnahmen seien nicht möglich.

„Für die zu fällenden Bäume soll erstmal kein Ersatz angepflanzt werden“, sagt Bettelhäuser. Die Böschung zum Bahndamm sei ausreichend grün. Zudem sei es an der Stelle, an der die Kastanien stehen, sehr eng. Wegen des Bakterienbefalls sei es aber nicht sinnvoll neue Rosskastanien anzupflanzen.

Von Ute Heinze

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