1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Friedenshelfer gesucht

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Johanna Trautmann-Stuberg
„Herzlich willkommen in Werdohl“ – diesen Satz möchte Johanna Trautmann-Stuberg mit Leben füllen. Sie möchte die Friedenshelfer gründen – und hofft, dass sich viele Werdohler einbringen. © Witt

Johanna Trautmann-Stuberg möchte in Werdohl „Friedenshelfer“ vernetzen.

„Die Menschen, die zu uns geflüchtet sind, bekommen hier alles Notwendige. Aber sie sollen sich willkommen fühlen“, sagt Johanna Trautmann-Stuberg. Die Werdohlerin möchte ein Netzwerk aufbauen, um den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine zu helfen. Langfristig sollen aber alle Werdohler von den „Friedenshelfern“ profitieren können.

Zum ersten Mal im Übergangswohnheim zu Besuch

Ein Besuch im Übergangswohnheim Funkenburg habe sie sehr nachdenklich gestimmt, sagt Johanna Trautmann-Stuberg. „Wir haben mithilfe einiger Realschüler eine Küche dorthin gebracht, die wir geschenkt bekommen haben“, erzählt die Werdohlerin, die als Schulsekretärin in der Realschule tätig ist. „Es war das erste Mal, dass ich ein Übergangswohnheim besucht habe – und ich habe mich erschrocken.“ Bett, Stuhl, Tisch und Schrank – das alles sei natürlich in den Zimmern vorhanden. Ansonsten sei die Unterkunft aber kahl, die Atmosphäre empfand die Werdohlerin als kalt. „Das möchte ich ändern und eine Wohlfühlatmosphäre schaffen“, sagt Trautmann-Stuberg.

Stadt Werdohl ist mit im Boot

Sie nahm Kontakt zu den entsprechenden Stellen der Stadt Werdohl auf – und ihr Anliegen wurde ernst genommen. Künftig werde sie von dort informiert, wenn Flüchtlinge nach Werdohl kommen. „Wir haben vielleicht eine Vorlaufzeit von zwei, drei Tagen und können in Absprache mit der Stadt aktiv werden.“ Eine Blumenvase und eine Tischdecke, vielleicht ein Bild an der Wand – damit sei schon eine Menge gewonnen, ist die Werdohlerin überzeugt. „Viele haben einiges im Schrank, dass sie sicher gerne beisteuern würden. Das tut uns nicht weh.“

Die Bettwäsche und die Handtücher, die den Menschen jeweils eingeschweißt zur Verfügung gestellt würden, sollen nach Möglichkeit gewaschen werden. „In ungewaschener Bettwäsche zu schlafen, das ist ganz sicher kein gutes Gefühl“, stellt die Werdohlerin fest.

Ehrenamtliche Mitstreiter gesucht

Für diese Aufgaben – und weitere, die auch noch gemeinsam entwickelt werden könnten – sucht Johanna Trautmann-Stuberg ehrenamtliche Mitstreiter. „Viele ältere Menschen haben mir schon gesagt, dass sie den Kriegsflüchtlingen sehr gerne auch aktiv helfen würden, aber keine Möglichkeit dazu haben. Eine Maschine Wäsche können sie aber waschen, wenn andere Helfer diese dann wieder in die Wohnungen bringen.“ Johanna Trautmann-Stuberg ist überzeugt: „Wenn viele Menschen kleine Dinge tun, dann wird etwas Großes daraus.“

Um das Ganze zu koordinieren steht ein Padlet, eine digitale Pinnwand, zur Verfügung. Realschullehrerin Ines Grothoff war von der Idee der Friedenshelfer sofort angetan – und spontan bereit ein Padlet zu erstellen und die Pflege des Online-Marktplatzes zu übernehmen. „Meine Idee ist, dass dort jeder Hilfe anbieten kann. Zum Beispiel beim Möbeltransport. Und auch gut erhaltene Gebrauchsgegenstände und Möbel, die er zur Verfügung stellen kann.“ Umgekehrt könnten dort Menschen auch um Hilfe bitten oder Benötigtes anfragen.

Online-Plattform für Helfer und Hilfesuchende

So soll im Laufe der Zeit ein Netzwerk entstehen, das im Idealfall auch nach der aktuellen Flüchtlingskrise bestehen bleibt. „Die Friedenshelfer könnten dauerhaft zu einer Institution werden, bei der Menschen auch im Alltag Rat und Hilfe finden können.“ Johanna Trautmann-Stuberg hat eine Art Nachbarschaftshilfe im Sinn – allerdings in größerem Stil. Die Werdohlerin ist überzeugt: Es gibt durchaus Werdohler, die Hilfe gut gebrauchen könnten. „Sie trauen sich aber vielleicht einfach nicht, jemanden zu fragen.“

Die Initiatorin wünscht sich, dass auch Ansprechpartner für verschiedene Lebenslagen und Fragen ihre Kontaktdaten auf dem Padlet hinterlassen. „Jeder ist zum Mitaufbau und Mitmachen eingeladen: Privatpersonen, Vereine, die Kirchengemeinden und andere Institutionen.“


Johanna Trautmann-Stuberg ist unter Tel. 01 77 /6 31 12 54 und per E-Mail unter friedenshelfer.werdohl@gmail.com erreichbar. Wer sich bei den Friedenshelfern einbringen möchte, kann sich bei ihr melden und erhält die Zugangsdaten für das Padlet.

Auch interessant

Kommentare