Freundlicher Arbeitgeber

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Heiner Burkhardt, Vorsitzender des Heimatvereins, freute sich über das von Inge Schütt gestiftete historische Dokument. ▪

WERDOHL ▪ „Dieses Dokument, zeigt die Mustereinstellung eines Arbeitgebers seiner Zeit“, sagte der Heimatvereinsvorsitzende Heiner Burkhardt bei der Übergabe eines Schriftstückes von Carl Berg aus dem Jahre 1887. Gestiftet wurde das historische Dokument von Inge Schütt.

Die in Kleinhammer beheimatete Seniorin hatte eine Vielzahl an alten Schriftstücken in ihrem Zuhause entdeckt. Ihr verstorbener Ehemann Gerhard Schütt hatte die Dokumente gesammelt und ordentlich verwahrt. Die Mehrzahl der Stücke stammt aus der Heimat des Ehepaares in Schlesien, doch mit der Niederschrift Carl Bergs, fand sich auch ein Teil der Industriegeschichte Werdohls.

Berg übernahm 1871 – mit 20 Jahren – das in Lüdenscheid gegründete Unternehmen seines Vaters, zu dem das Hammerwerk in Werdohl-Eveking gehörte. Bekannt wurde Carl Berg vor allem durch seine Beteiligung am Luftschiffbau. So lieferte seine Firma 1892 dem Luftschiffkonstrukteur David Schwarz das Material für ein geplantes lenkbares Luftschiff. Dazu gehörte auch die Konstruktion des Gerippes und der Einzelteile. Ebenso arbeitete Berg für den Grafen Zeppelin.

Auf dem Schriftstück, das jetzt seinen Platz im Werdohler Stadtmuseum findet und ab Donnerstag dort zu sehen ist, geht es um die Einweihung eines Wirtschaftsgebäudes. Bekannt wurde es später als Hotel zur Verse.

Berg schreibt am 26. April 1887 unter anderem: „Es soll eben hierdurch Gelegenheit geboten werden, nach Feierabend den geselligen Verkehr zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu pflegen und wünsche ich, dass sich dieser Verkehr als für beide Theile nützlich erweisen möge.“

Des Weiteren gibt der Unternehmer – geschrieben in Sütterlin, übersetzt von der VHS-Leiterin Barbara Funke – an, dass Überschüsse aus der Wirtschaft für hilfsbedürftige alte Arbeiter verwendet werden sollten.

Das Hotel zur Verse in Eveking wurde bereits 1980 abgerissen, sodass mit diesem Schriftstück zumindest ein Dokument seiner Entstehung erhalten geblieben ist. „Wir werden es als Heimatverein in Ehren halten“, betont Heiner Burkhardt und wendet sich auch an die Werdohler Bevölkerung: „Vielleicht gibt es jemanden der Näheres zu dem Dokument weiß?“ ▪ David Schröder

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