Freizeitkonzept konzentriert sich auf Masterplan Fahrrad

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Das Thema Radfahren entlang der Lenne ist der wichtigste Themenbereich im vorliegenden Konzept zur Verbesserung der Freizeit- und Lebensqualität in Werdohl. Im Konzept wird der Begriff des Masterplans Fahrrad eingeführt.

Werdohl - Das 84-seitige „Konzept zur Verbesserung der Freizeit- und Lebensqualität in Werdohl“ liegt seit wenigen Tagen öffentlich vor. Dabei spielt die Entwicklung des „Masterplans Fahrrad“ eine absolut herausragende Rolle, gefolgt von Vorschlägen für den Tourismus und die Förderung des Einzelhandels.

Bereiche wie Migration, Ärztesituation und Gesundheit sowie die Schullandschaft wurden – auftragsgemäß – kaum berücksichtigt. 

Kernpunkt ist eine ausgesuchte und nicht repräsentative Befragung von 950 Menschen in der Stadt. Daraus wurden Vorschläge entwickelt, wie die Situation in der Stadt verändert werden kann. Dieser Maßnahmenkatalog soll durch die Politik mit einer Prioritätenliste versehen werden. Die Bandbreite ist so: Festgelegt werden kann, ob die Maßnahme „kein Umsetzungsziel“ ist oder „sofort“, „kurzfristig“, „mittelfristig“ oder „langfristig“ umgesetzt werden soll. In einer weiteren Rubrik kann ein Zeitplan festgelegt werden und es wird fixiert, wer welche Maßnahme umsetzen soll. Das ist allerdings erst im nächsten Schritt die Aufgabe der Politik: Sich für Maßnahmen zu entscheiden, sie in eine Reihenfolge von Dringlichkeit zu bringen und am Ende jemanden zu benennen, der die Maßnahmen umsetzt. 

950 Bürger wurden befragt

Basis der Konzeptvorschläge ist die Befragung von 950 Werdohlern. Bürger wurden interviewt bei einem verkaufsoffenen Sonntag 2016, beim Weihnachtsmarkt 2016 und beim Jahresempfang 2017 – ein durchaus eingeschränkter Personenkreis. Fragen wurden an Jugendliche aus dem JBZ und der Realschule gestellt, die Gesamtschule blieb außen vor. Unternehmen konnten sich online äußern. Ergebnisse aus ausgewählten „Expertengesprächen“ mit Kulturschaffenden und Interessenvertretern flossen ebenso ein wie Ergebnisse aus Workshops. 

Im Konzept wird „Lebensqualität“ für Werdohl mit folgenden Begriffen definiert: Aufenthaltsqualität, Gesundheit- und Wellnessangebote, Freizeitangebote, kulturelle und gastronomische Angebote sowie Einkaufsmöglichkeiten. In einem weiteren Kapitel geht es um Förderung von Unternehmen, danach werden Gedanken für Marketing-Strategien rund um das Lenne-W als Marken-Logo vorgeschlagen. 

Für Sauberkeit, gegen „Bettler und Ausländer“ 

Bei der Bürgerumfrage kam heraus, dass sich die meisten (86 Prozent) ein gepflegtes Ortsbild wünschen. Knapp 30 Prozent empfinden Werdohl aufgrund der Umgebung im Sauerland positiv. 22,62 Prozent haben als negative Werdohler Eigenschaft „Ausländer und Bettler“ genannt. Zweithäufigste Negativ-Nennung war der Mangel an Sauberkeit in Verantwortung der Stadt. Eine Schlussfolgerung aus dem Konzept: Es sei zu vermuten, dass sich das Sicherheitsgefühl der Bürger durch „Flüchtlingswellen“ verändert habe. Daher sei die Integration weiter zu fördern, um gleichzeitig das Sicherheitsgefühl zu stärken. 

Konkrete Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt lesen sich so: „Weiterhin verstärkt Kultur in die Innenstadt bringen“ oder „Individuelles Flair der Innenstadt zum Verweilen weiter entwickeln“. 

Radweg als wichtiger Standortfaktor

Das Konzept zielt stark darauf ab, den Radweg entlang der Lenne als wichtigsten Standortfaktor der Zukunft für die Stadt zu etablieren. 40 Prozent der Befragten sagten, dass ihnen am ehesten Fahrradwege in Werdohl fehlten. Danach folgen Kanufahren, Grünflächen und Paintball. 70 Prozent wünschen sich ein Kino, 47 Prozent eine Bowling-Bahn. Viele Vorschläge aus dem Konzept zielen auf eine Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer als Touristen. Ein Vorschlag ist die Investorensuche für die Ansiedlung eines Hotels an der Lenne. 

Vorgeschlagen wird auch, einen zentralen Tourismus-Ansprechpartner und einen lokalen Kulturbeauftragten zu etablieren.

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