Freiwilligendienst kommt an

Ist in den Märkischen Werkstätten in die Gruppenbetreuung eingebunden: die Bundesfreiwilligendienstlerin Karoline Holwe. Ihren beiden Schützlingen Chris Crapko (links) und Marc Fischer haben die 19-Jährige auf jeden Fall ins Herz geschlossen.

Werdohl ▪ Der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes im Juli des vergangenen Jahres– dieser war als Ersatz für den Zivildienst geschaffen worden – hatte Armin Haase, Leiter des Werkes Werdohl der Märkischen Werkstätten, damals noch sehr kritisch gegenüber gestanden. Doch nun, gut vier Monate nachdem die ersten beiden jungen Frauen ihren Dienst an der Gewerbestraße aufgenommen haben, zieht Haase eine durchweg positive Bilanz.

„Im vergangenen Sommer hatten wir große Angst, dass wir keine Freiwilligen finden würden und dass uns durch die Abschaffung des Zivildienstes die helfenden Hände in der Einrichtung fehlen“, erinnert sich Haase. Viele der Zivis, die dort beschäftigt waren, hatten zuvor eine technische Ausbildung absolviert. Sie erledigten in den Werkstätten alles was anfiel: von der Botenfahrt über das Anstreichen bis hin zur Unterstützung der Gruppenleitung, berichtet Haase.

Deshalb sei die Unsicherheit sehr groß gewesen, als Ende Juni 2011 der letzte Zivildienstleistende seinen Hut nahm. Zwei Monate mussten Haase und sein Team ohne weitere Hilfe auskommen, bis Haase die Bewerbung einer jungen Frau auf den Tisch flatterte. „Als ich vom Träger in Bielefeld die Unterlagen bekam, konnte ich es kaum glauben“, so Haase. Schließlich sei damals gar nicht klar gewesen, ob das Werdohler Werk überhaupt Anspruch auf einen der so genannten „Bufdis“ habe.

Seit dem vergangenen September unterstützt nun die 19-jährige Karoline Holwe aus Plettenberg Haases Team. „Ich möchte später eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen, deshalb bot sich die Tätigkeit als ‘Bufdi’ für mich an“, sagt die junge Frau. Auch sei sie sich nach dem Abitur nicht ganz sicher gewesen, ob dieser Beruf der richtige für sie sei.

Zudem sei der Dienst auch eine gute Möglichkeit, um Wartezeiten – beispielsweise für einen Studien- oder Ausbildungsplatz – zu überbrücken. „Ich bin hier in die Betreuung einer Gruppe von Menschen mit geistigem und körperlichem Handicap eingebunden“, berichtet sie von ihrer Tätigkeit. Vor allem der persönliche Bezug zu den Mitarbeitern der Werkstätten gefalle ihr sehr. Fünf Tage in der Woche versieht Holwe ihren Dienst an der Gewerbe-straße. dafür erhält sie eine Aufwandsentschädigung von 374 Euro sowie Fahrtgeld. Neben der Arbeit in den Werkstätten stehen vier einwöchige Pflichtseminare zu Themen ihrer Wahl auf dem Programm.

Eine weitere Bundesfreiwilligendienstlerin ist in den Werkstätten im Förderbereich tätig – ist also in die Pflegeunterstützung eingebunden.

Bedingt durch den längeren Zeitraum – die „Bufdis“ unterschreiben Jahresverträge, während die Zivildienstleistenden meist nur für gut ein halbes Jahr zur Verfügung standen – kämen die „Bufdis“ den Werkstätten mehr zu Gute, so Haase. Auch seinen seine beiden neuen Freiwilligen engagierte als die Zivildienstleistenden. „Schließlich haben sie sich ja freiwillig um den Job beworben“, so Haase. Er ist sich jetzt schon sicher, dass auf jeden Fall Tränen bei den Mitarbeitern kullern, wenn Karoline und ihre Kollegin im Herbst ihren Dienst quittieren.

Auch im Haus Versetal sind drei Bundesfreiwilligendienstler beschäftigt. „Wir sind recht positiv überrascht“, sagte Franz Josef Schmidt, mitbeteiligter Geschäftsführer. Bei der Stadt, bei der Feuerwehr, beim Krankentransportdienst und in der Stadtklinik sind keine Freiwilligen aktiv.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare