Frauenhilfe plant Neubau: Jahn-Turnhalle soll weichen

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So ähnlich könnte der Neubau auf dem Grundstück der Jahn-Turnhalle aussehen. Die Abbildung zeigt den Entwurf für das Wohnheim Schöntal mit 24 Plätzen, das die Evangelische Frauenhilfe in Wetter/Ruhr errichtet hat.

Werdohl - Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen möchte das Haus Wegwende, das sie seit 1998 am Haselweg betreibt, aufgeben und in der Stadtmitte einen Neubau errichten.

Entsprechende Pläne stellten der Einrichtungsleiter und der beauftragte Architekt am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) vor.

Das mittlerweile mehr als 50 Jahre alte Gebäude am äußersten nördlichen Stadtrand von Werdohl entspreche nicht mehr den Anforderungen, die das Wohn- und Teilhabegesetz mittlerweile stelle, begründete Jörn Hackbusch, Leiter der Einrichtung von Menschen mit psychischen Behinderungen, die Überlegungen zu einem Neubau. Das Haus sei beispielsweise nicht barrierefrei. Außerdem werde die Klientel älter und habe immer häufiger Pflegebedarf. „Es fehlt ganz einfach an Zukunftsfähigkeit“, erklärte Hackbusch, warum die Evangelische Frauenhilfe das Gebäude aufgeben wolle. 

Standort-Suche läuft schon längere Zeit

Die Suche nach einem neuen Standort, nach einem Platz für einen Neubau, dauert offensichtlich schon länger an. Das erklärte auch Thomas Schroeder, Fachbereichsleiter im Rathaus: „Die Evangelische Frauenhilfe sucht ja schon länger ein neues Grundstück. Jetzt ist die Jahn-Turnhalle wieder in den Fokus gerückt“, sagte er im Ausschuss. Tatsächlich will die Frauenhilfe jetzt der Stadt das Grundstück mit der vor gut einem Jahr aufgegebenen Turnhalle abkaufen. Das gut 100 Jahre alte Gebäude soll abgerissen, das Grundstück anschließend neu bebaut werden. So viel ist nach der Sitzung vom Dienstagabend klar, auch wenn der Kaufvertrag noch nicht unterzeichnet ist. Die zentrale Lage mit der Nähe zur Stadtklinik macht den Standort für die Frauenhilfe sehr interessant. Und die Stadt wäre die nicht mehr benötigte Jahn-Turnhalle los. Beide Seiten würden also profitieren. 

Architekt Dieter Schaarschmidt, der für die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen bereits mehrere Objekte geplant und realisiert hat, stellte den Politikern vor, wie eine Bebauung des Grundstücks zwischen Mittelstraße und Brüderstraße aussehen könnte. Demnach könnte dort ein mehrstöckiges Gebäude mit insgesamt gut 1300 Quadratmetern Nutzfläche errichtet werden. Darin Platz finden könnten kleine Appartements für 24 Bewohner und jeweils zwölf Plätze für die Betreuung von Bewohnern und externen Nutzern. 

Auch zwei sogenannte Krisenplätze für akute Fälle könnten geschaffen werden. Auf dem Gelände könnte zudem eine Gartenfläche und Parkplätze entstehen. „Wir haben aber noch keine ausgereifte Planung“, betonte Schaarschmidt. Die dürfte aber entwickelt werden, sobald der Grundstückskauf über die Bühne gegangen ist.

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