Frauenhilfe-Neubau in Werdohl: Das ist die Planung

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Architekt Dieter Schaarschmidt erläutert anhand eines vorläufigen Plans, dass ein winkelförmiges Gebäude entstehen soll. Insgesamt solle der Neubau nicht größer werden als die Jahn-Turnhalle.

Werdohl - Es sind nicht die Bewohner des Hauses Wegwende, denen die Anwohner des Bereiches rund um die Jahn-Turnhalle skeptisch gegenüber stehen, es ist das Bauvorhaben an sich.

Sie fürchten die Belästigungen durch Lärm und Dreck, wenn der Ersatzneubau für das Haus Wegwende entsteht – und vor allem den Verlust von circa zehn Parkplätzen. Das wurde gestern Abend während der Informations-Veranstaltung deutlich, zu der die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen alle Interessierten eingeladen hatte. 

Mehr als 40 Personen begrüßte Angelika Weigt-Blätgen, die leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, in den Räumen des Ambulant Betreuten Wohnens an der Bahnhofstraße. „Unser Ziel ist, sie heute umfassend über unser Bauvorhaben an der Jahnstraße, das Konzept und die zukünftigen Bewohner zu informieren“, kündigte sie an. 

Arbeit der Frauenhilfe vorgestellt

Zunächst ging sie auf die Arbeit der Frauenhilfe in Werdohl ein. Die Pfarrerin erklärte, dass dem Haus Wegwende Wohnungen im Innenstadtbereich angeschlossen seien, und erinnerte an die Tagesstätte der Frauenhilfe, die sich seit einigen Jahren ebenfalls an der Bahnhofstraße befindet. „Sie merken, wir sind hier schon längst in der Stadt angekommen. Sie begegnen unseren Bewohnern und Klienten in Geschäften, in der Eisdiele und auf dem Wochenmarkt.“ 

Dass das Haus Wegwende ein freiwilliges Wohn- und Unterstützungsangebot sei, unterstrich der Leiter des Hauses, Jörn Hackbusch. „Unsere Bewohner können unter jedweder Form einer psychischen Erkrankung leiden“, sagte er. Allerdings gehörten zu den Bewohnern keine suchtkranken Menschen und keine Personen, die durch sexualisierte Gewalt auffällig geworden seien. Eine geschlossene Abteilung gibt es im Haus Wegwende nicht – das unterstrich Angelika Weigt-Blätgen wenig später, als sich ein Anwohner danach erkundigte. 

Architekt stellt Neubau-Planungen vor

Hackbusch berichtete, dass die Ansprechbarkeit der Mitarbeiter im Haus für die Bewohner eine entscheidende Rolle spiele, und die psychiatrische Grundversorgung durch drei Pflegekräfte gewährleistet sei. Das Haus Wegwende am Haselweg sei aufgrund der langen Aufenthaltsdauer für viele Bewohner zur Heimat geworden. 

Der Ersatzneubau für das Haus Wegwende könnte so oder ähnlich nach dem Abriss der Turnhalle entstehen.

Architekt Dieter Schaarschmidt stellte den Anwesenden die vorläufigen Neubau-Planungen vor. „Es handelt sich um ein Regelprojekt, das bisher etwa 50 Mal in NRW gebaut wurde“, berichtete er. Geplant seien 24 Apartments, jeweils circa 20 Quadratmeter groß, sowie zwei Gästezimmer zur Kurzzeitpflege. „Man wohnt in diesem Haus in kleineren Wohngemeinschaften von jeweils vier Menschen zusammen,“ erläuterte der Architekt. Der Neubau werde ein ähnliches Volumen haben wie die Jahnturnhalle, allerdings winkelförmig auf das Grundstück gebaut. Schaarschmidt sprach von einem dreistöckigen Gebäude, das zur Mittelstraße hin noch über ein Untergeschoss verfügen werde. In diesem Bereich solle die so genannte Tagesstruktur untergebracht werden, die über einen zweiten Eingang erreicht werden könne. Eine Terrasse vor diesem Bereich sowie ein optisch geschützter Garten seien geplant. 

Parkplätze sollen geschaffen werden

Im Zuge des Neubaus sollen neun Parkplätze für Mitarbeiter geschaffen werden. Dieses Stichwort sorgte für Kritik. „Wir wissen doch jetzt schon nicht, wo wir parken sollen. Wie soll das denn werden, wenn der Bau steht?“, beklagte ein Anwohner – und warf der Werdohler Verwaltung vor, dass sie den Verkauf der Jahn-Turnhalle über den Kopf der Anwohner hinweg entschieden habe – ohne diese vorher zu informieren. Dem widersprach Bürgermeisterin Silvia Voßloh energisch, räumte aber ein, dass das Parkplatzproblem durchaus real und eine große Herausforderung sei. 

Eine Anwohnerin hatte Bedenken, dass es während der Bauzeit zu Lärm und Dreck kommen werde. Und erneut wurde der Abriss der Turnhalle bitter beklagt: Sie sei für die Grundschüler extrem wichtig hieß es. Silvia Voßloh schaltete sich ein: „Dieses Thema gehört hier nicht hin. Das ist keine Angelegenheit der Frauenhilfe.“ 

Frühestens in der zweiten Jahreshälfte soll die Jahn-Turnhalle abgerissen werden. Im Frühjahr 2020 könnte dann im Idealfall mit dem Neubau begonnen werden, erklärte der Architekt.

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