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Frauenhilfe-Neubau: Darum verzögert sich das Großprojekt

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Von: Volker Griese

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Vor einem Jahr haben Bagger die ehemalige Jahn-Turnhalle abgerissen, seitdem liegt das Grundstück brach. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen möchte dort einen Neubau errichten.
Vor einem Jahr haben Bagger die ehemalige Jahn-Turnhalle abgerissen, seitdem liegt das Grundstück brach. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen möchte dort einen Neubau errichten. © Griese, Volker

Vor einem Jahr ist die alte Jahn-Turnhalle abgerissen worden. Von dem geplanten Neubau auf dem Grundstück an der Mittelstraße in Werdohl, einem Wohnungs- und Unterstützungsangebot für Menschen mit psychischen Behinderungen, ist aber bis jetzt nichts zu sehen.

Grund dafür sind wohl die gestiegenen Baupreise.

Nachdem die Stadt Werdohl die fast 100 Jahre Turnhalle im Februar 2017 aus Kostengründen aufgegeben hatte, hatte die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen das Grundstück mit der leer stehenden Immobilie zwei Jahre später gekauft. Der für Mitte August 2020 geplante Abriss der Turnhalle erfolgte dann mit rund acht Wochen Verspätung zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2020. Volle Auftragsbücher der Unternehmen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie wie das Verlagern von Arbeiten ins Homeoffice hatten für diese Verzögerung gesorgt. An einen Baubeginn noch im Jahr 2020 war damit nicht mehr zu denken.

Corona: Baukosten werden sich „erheblich erhöhen“

Die Frauenhilfe traf das allerdings nicht ganz unerwartet. Sie hatte schon seit dem Sommer einen Baubeginn erst im Frühjahr 2021 angepeilt. Jedenfalls sagte Manuela Schunk, Öffentlichkeitsreferentin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, im November, dass auf der eingezäunten Baustelle über den Winter wohl nicht passieren werde.

Doch auch im Frühjahr tat sich nichts – und im Sommer und Herbst auch nicht. „Im Laufe der Pandemie wurde klar, dass sich die Baukosten erheblich erhöhen werden“, sagt Schunk nun auf Nachfrage.

Verhandlungen mit dem Kostenträger

Die Frauenhilfe habe neue Verhandlungen mit dem Kostenträger des Projektes, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, aufgenommen, um die Finanzierung sicher gewährleisten zu können. „Diese Verhandlungen dauern an“, teilte Schunk mit. Ein Ende sei für die Frauenhilfe derzeit nicht absehbar. Aber erst wenn die Verhandlungen mit einer Zusicherung der Refinanzierung der erhöhten Baukosten beendet seien, könnten die Bauarbeiten ausgeschrieben werden.

Auf dem Grundstück an der Mittelstraße möchte die Frauenhilfe als Ersatz für das aufzugebende „Haus Wegwende“ einen winkelförmigen, dreistöckigen Neubau für drei Wohngruppen errichten, in denen jeweils acht Personen in Einzelzimmern untergebracht werden und einen gemeinsamen Küchen- und Wohnbereich sowie einen zusätzlichen Aufenthaltsraum zur Verfügung haben werden.

Zwei Krisenplätze für die kurzfristige Unterbringung

Darüber hinaus soll das neue Haus über zwei Krisenplätze für die kurzfristige Unterbringung von Menschen mit psychischen Behinderungen, und im Untergeschoss über eine Tagesstruktur mit ergotherapeutischen, handwerklichen und hauswirtschaftlichen Angebote für zwölf externe und zwölf interne Nutzer verfügen. Die Bauzeit hat ein Architekt einmal mit anderthalb Jahren angegeben.

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