Franziskaner-Pater Thaddäus fasst langsam Fuß

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Pater Thaddäus ist eigentlich gelernter Elektriker und wurde nach einem entsprechendem Studium in Polen 1997 zum Priester geweiht. Der Franziskaner ist seit vergangenem Sommer Pater in Werdohl. 

Werdohl - „Ich bin offen für alles“, stellt sich Pater Thaddäus gerne den Herausforderungen in der Pfarrgemeinde St. Michael Werdohl. Seitdem ihn der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck mit Wirkung vom 15. Juli 2013 zum vicarius paroeciallis mit dem Titel „Kaplan dieser Pfarrei“ zugeteilt hat, fängt der Franziskaner-Minorit Thaddäus Pytka an, hier Fuß zu fassen – wozu aber für ihn auch gehört, die deutsche Sprache noch besser zu lernen.

Kontakte knüpft er im Rahmen seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und als Krankenhausseelsorger.

Geboren wurde er 1969 in Skórz (Polen) und schloss das Studium an der technischen Fachschule als Elektriker ab. Danach fand er Erfüllung im Kloster in Gdynia, wo er das Noviziat in Smardwewice leistete und das Philosophie- und Theologiestudium in Lodz. Zum Priester geweiht wurde er 1997 in Gnesen; danach arbeitete er in Gdynia, Osterode, Lauenburg, Danzig und Gnesen als Religionslehrer und als Krankenhausseelsorger. Pater Thaddäus folgte dem Ruf des Provinzials seines Ordens, das Mitarbeiter für Deutschland suchte; in diesem Fall ging es um einen Nachfolger für Pater Kamil (wir berichteten).

„Hier ist eine andere Mentalität als in meiner Heimat“, hat er beobachtet. Die Menschen würden sich mehr Zeit nehmen, um Vertrauen mit anderen aufzubauen.

Dies kann Pater Irenäus, Guardian und damit der Leiter der Franziskaner-Minoriten in Werdohl, nur bestätigen: „Es braucht lange, die Herzen zu erobern.“ Er ist ein Mann der ersten Stunde, war er doch 2003 mit dabei, als der Orden an der Neuststadtstraße 34 einzog. Heute lebt er mit seinen Mitbrüdern Thaddäus und den für Sakristei und Küche zuständigen Richard im Alter von 44 bis 61 Jahren hier. Ein weiterer, Bruder Matthias Rojek, ist in Neuenrade tätig. Die Franziskaner sind für die 6800 Gemeindemitglieder der Pfarrgemeinde St. Michael-Werdohl und Neuenrade zuständig. Eine große Stärke sei, so Pater Irenäus, die Pfadfindergemeinschaft: „Diese Kinder und Jugendlichen bewegen eine ganze Menge.“ Ein großes Lob geht auch an den Krippenausschuss, die ehrenamtlich engagierten Senioren und die weiteren Aktiven.

Er und seine Mitbrüder wissen um die Diaspora in Werdohl, sind doch hier Katholiken gegenüber Protestanten und Muslimen in der Minderheit: „Wir stellen uns der Herausforderung, wissen aber auch, dass wir hier nur schwach ausgestattet sind, und unsere Kräfte daher einteilen müssen.“ Eine Großgemeinde ohne Gemeindereferenten oder Diakone am Leben zu erhalten, sei schwierig. Darüber hinaus lege ihr Ordenskapitel als höchstes Entscheidungsgemium einen Handlungspielraum für jeweils vier Jahre fest: „Langfristige Planungen können wir daher nicht vornehmen, und bemühen uns daher, unseren jeweiligen Aufgaben gerecht zu werden.“

Von Julius Kolossa

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