Franziskaner-Minoriten seit zehn Jahren in Werdohl

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Pater Irenäus vertritt seinen Orden seit zehn Jahren in Werdohl. Auch wenn die Stadt an Lenne und Verse schon seit zehn Jahren Klosterstandort ist, fiel die Entscheidung über den Klosterstatus erst 2010, wie das Dekret in den Händen des Paters zeigt.

WERDOHL - Seit mittlerweile zehn Jahren ist Werdohl Standort für den Franziskaner-Minoriten-Orden. Der Geburtstag soll am Samstag, 13. Juli, und Sonntag, 14. Juli, im Rahmen des Pfarrfestes gefeiert werden. Zu Ehren der Werdohler Brüder führen die Jungen und Mädchen der katholischen Grundschule in der Schulgemeindemesse am Sonntag um 9.30 Uhr Teile des Musicals Franziskus auf. Zudem gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Pater Kamil Pawlak und Pater Adam Kalinowski. Beide haben früher in Werdohl gearbeitet und ihr Kommen bereits zugesagt.

Von Ute Heinze

An seinen ersten Tag in Werdohl kann sich Pater Irenäus noch gut erinnern. Damals, im Juli 2003, war gerade Schützenfest in Werdohl, berichtet er. „Der evangelische Pfarrer Rüdiger Schmale, der mittlerweile im Ruhestand ist, hat mich mitgenommen“, sagt Pater Irenäus und fügt lächelnd hinzu: „Er und seine Frau waren die ersten Werdohler, die ich kennen gelernt habe.“

Als der katholische Pfarrer Georg Görke 2002 nach Essen ging, war seine Pfarrstelle zunächst verwaist. „Im Mai 2003 kam dann Pater Adam aus Gelsenkirchen nach Werdohl und trat die Nachfolge Görkes an. Ich kam im Juli auch aus Gelsenkirchen und Bruder Richard im September aus Bottrop“, skizziert Pater Irenäus den Weg seines Ordens in die Stadt an Lenne und Verse. Die drei Brüder bildeten zunächst die Ordensgemeinschaft der Franziskaner-Minoriten, die im Oktober 2003 in Werdohl eingeführt wurde. „Als wir damals nach Werdohl kamen, waren die Menschen sehr neugierig. Sie wollten wissen wie wir leben und was es mit unserem Orden auf sich hat“, weiß Pater Irenäus noch ganz genau. Für ihn sei vor allem die Anfangszeit in Werdohl eine Herausforderung gewesen. Pater Adam, damals als Visitator für die Ordensprovinz tätig, war im Rahmen seiner Tätigkeit viel unterwegs, um verschiedene Klöster in der ganzen Welt zu besuchen. „Ich war dann als einziger Priester für den Pfarrverbund in Werdohl zuständig, dem die ehemals drei katholischen Gemeinden angehörten“, sagt der Franziskaner-Minorit. Pater Adam ging bereits nach einem Jahr zurück nach Polen. In Danzig war er zum Provinzial gewählt worden.

Die Franziskaner-Minoriten waren nun zwar als Orden in Werdohl vertreten. Die Entscheidung über den Klosterstatus fiel allerdings erst wesentlich später und zwar im Dezember 2010. „Es gab zunächst so etwas wie eine Probephase. Die Verantwortlichen des Ordens wollten erstmal die Entwicklung beobachten“, erklärt Pater Irenäus.

Auf Pater Adam folgte Pater Norbert Siwinski. Er blieb als Kaplan bis 2008 in Werdohl. Dann drehte sich das Personalkarussell erneut. So konnten die Brüder 2008 Pater Kamil begrüßen, der Werdohl im April dieses Jahres Richtung Schweiz verließ. Im Juni wird sein Nachfolger erwartet. „Der stammt aus Polen, wo er derzeit auch arbeitet“, sagt Pater Irenäus. Er hofft, dass die Katholiken dem neuen Pater mit Verständnis begegnen. Schließlich komme er aus einem fremden Land und könne noch nicht so gut deutsch. „Ich hoffe, dass die Gemeinde ihm helfen wird, anzukommen. Dabei wird dem neuen Bruder sicher der klar geregelte Klosteralltag helfen, der in der Woche um 6.30 Uhr mit dem Morgengebet und der Meditation in der Hauskapelle beginnt. Nach dem gemeinsamen Frühstück findet um 8.30 Uhr der Gottesdienst in der Kirche statt. Bis zum gemeinsamen Mittagessen, für dessen Zubereitung Bruder Richard zuständig ist, kümmern sich die beiden anderen Patres um die seelsorgerische Arbeit. „Nach dem Mittagsgebet in der Hauskapelle sind wir wieder in Sachen Seelsorge unterwegs“, sagt Pater Irenäus. An das gemeinsame Abendessen schließt sich das Abendgebet an.

Während sich Bruder Richard, der in der Gemeinde als Küster fungiert, im Kloster um den Haushalt kümmert, hat Pater Irenäus die Funktion des Guardians inne und steht dem Werdohler Kloster vor. Unter anderem ist er auch für die gärtnerischen Arbeiten zuständig. Pater Matthias Rojek, der die Katholiken der Gemeinde St. Mariä Heimsuchung in Neuenrade betreut und ebenfalls der Klostergemeinschaft angehört, kümmert sich um die Finanzen der Werdohler Dependance der Franziskaner-Minoriten.

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