Franziskaner-Minoriten: Kloster-Status anerkannt

Bruder Richard sowie die beiden Pater Irenäus und Norbert stellten sich im März 2007 im Rahmen der „Werdohler Gespräche“ den Fragen von Moderatorin Barbara Funke und gaben der Öffentlichkeit Einblick in ihren Orden.

WERDOHL ▪ Seit Anfang Dezember des vergangenen Jahres ist Werdohl Klosterstandort – für den Franziskaner-Minoriten-Orden, der zur katholischen Gemeinde St. Michael kam, als Pfarrer Georg Görke mit Wirkung vom 1. Oktober 2002 sein seelsorgerisches Feld nach Essen verlegt hatte.

Zwar war seine Pfarrstelle ein gutes halbes Jahr verwaist, doch dann trat Pater Adam Kalinowski aus Danzig im Mai 2003 seine Nachfolge an. Mit ihm kam zwei Monate später Pater Irenäus Wojtko nach Werdohl und weitere zwei Monate danach folgte Bruder Richard Swiatkowski, der allerdings keine seelsorgerische Tätigkeit ausübt. Diese Drei bildeten die Basis für den Franziskaner-Minoriten-Orden, der schließlich am 5. Oktober 2003 auch im Beisein von Weihbischof Franz Grave in Werdohl gegründet wurde.

Damit gab es nun zwar den Orden, doch eine Entscheidung über den Klosterstatus an der Brüderstraße stand noch aus. „Wir befanden uns seither in einer Probephase“, erläuterte Pater Irenäus. Die Ordensoberen aus Danzig und Würzburg wollten wissen, ob die Chance einer guten Entwicklung der Franziskaner-Arbeit in Werdohl gegeben war.

Inzwischen ist die Prüfung durch die Ordensleitung abgeschlossen. Die Franziskaner-Minoriten bleiben in Werdohl – offiziell bestätigt durch Rom und auch durch den Bischof in Essen. Ein langer Prozess, der damit zu Ende geführt wurde.

Pater Adam selbst, der nach nur einem Jahr wieder zurück nach Danzig gegangen, dort zum Provinzial gewählt worden war und bis gestern bei seinen Brüdern in Werdohl zu Gast war, hatte der St. Michael-Gemeinde während der Spätmesse an Heiligabend 2010 das Ergebnis der Prüfung mitgeteilt.

Zwar hatte sich auch bei den Franziskanern seit 2004 das Personalkarussell gedreht, doch nun scheint der Zeitpunkt für Kontinuität da zu sein. Zur Erinnerung: Für Adam Kalinowski kam Pater Norbert Siwinski; sein Ordensbruder Irenäus rückte in der Hierarchie an die erste Stelle und ist seither Pfarrer der ehemals drei katholischen Gemeinden in Werdohl. In sein neues Amt eingeführt wurde Wojtko am 11. Juli 2004 durch Dechant Hans Erlemeier.

Siwinski blieb vier Jahre. Seine Nachfolge trat Peter Kamil Pawlak an. Im April 2011 wird ein weiterer Ordensbruder der Franziskaner-Minoriten dazustoßen: Pater Matthias Rojek. Er übernimmt als Geistlicher die zu St. Michael gehörende Filialgemeinde St. Maria Heimsuchung in Neuenrade und wird auch in der Hönnestadt seinen Wohnsitz haben.

Hausoberer im Orden und damit im jetzt fundamentierten Klosterstandort bleibt Pater Irenäus – eine Funktion, die er noch in der Probezeit übertragen bekommen hatte. Diese Amtszeit läuft noch bis 2012.

Erst dann wird das Provinzkapitel der Franziskaner-Minoriten unter den seit Dezember 2010 gegebenen Vorzeichen bestimmen, wer die Spitze des Ordens sein wird. Zwar sollte man solche Entscheidungen nicht vorweg nehmen, doch im Sinne der schon erwähnten Kontinuität dürfte Pater Irenäus erste Wahl sein. Freilich: Von da an darf er nach den Regeln des Ordens lediglich zwölf Jahre die Funktion des Hausoberen ausüben.

Rainer Kanbach

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