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Franziskaner bangen um Mitbrüder in der Ukraine

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Von: Markus Wilczek

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Pater Kamil Pawlak und die Werdohler Franziskaner-Minoriten bangen um ihre Mitbrüder in der Ukraine.
Pater Kamil Pawlak und die Werdohler Franziskaner-Minoriten bangen um ihre Mitbrüder in der Ukraine. © Heyn, Volker

Die vier Brüder des kleinen Klosters der Franziskaner-Minoriten in Werdohl zittern und bangen um ihre Mitbrüder in den Kriegsgebieten in der Ukraine.

„Es fehlen die Worte im Angesicht der Bilder und Berichte aus der Ukraine“, sagt Pater Kamil Pawlak. Der Pfarrer leitet das Kloster an der Brüderstraße und auch die Katholische Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade. Die Franziskaner-Minoriten seien in einigen der von den Russen angegriffenen Städte in der Ukraine vertreten. „Auch unsere Mitbrüder aus Polen. Es trifft uns sozusagen als Familie. Aber in solchen Zeiten erleben wir familiäre Gefühle auch allen anderen Betroffenen gegenüber“, sagt Kamil Pawlak.

Eine konkrete Bitte aus der Ukraine um Gebet sei von den Karmeliterinnen aus Charkiw gekommen. Die Millionenstadt im Osten des Landes ist am Sonntag von der russischen Armee eingenommen worden. „Die Karmeliterinnen haben beschlossen aus Charkiw zu verschwinden. Sie wollen aus der Stadt herauskommen und bitten deshalb dringend um Gebetsschutz“, sagt Pater Kamil.

Videoschalte in die Ukraine

Dieser Bitte kommen die Franziskaner-Minoriten und die Pfarrei natürlich sehr gerne nach, planen darüber hinaus aber eine besondere Aktion. Zusammen mit dem Ökumeneforum Werdohl soll es nicht nur Gebetsangebote in allen christlichen Gemeinden in Werdohl und Neuenrade geben, sondern auch eine Austauschmöglichkeit sowie eine Liveschalte über das Internet zu Menschen in der Ukraine. „Wir wollen aus erster Hand erfahren, wie es den Betroffenen dort geht und sprechen deshalb mit unseren polnischen Mitbrüdern in der Ukraine“, sagt Kamil Pawlak.

Franziskaner-Minoriten: Kleinkloster in Werdohl seit 2003

Franziskaner-Minoriten sind ein Teil des Ordens, der vom heiligen Franz von Assisi im 13. Jahrhundert gegründet worden ist. Nach 800 Jahren der „Familientradition“ gibt es dutzende Klöster in der ganzen Welt. Eins davon befindet sich seit 2003 in Werdohl. Zum Konvent an der Brüderstraße gehören vier Brüder, die allesamt aus Polen stammen. Drei Brüder (Kamil Pawlak, Thaddäus Pytka und Christoph Szachta) arbeiten als Priester in der Pfarrseelsorge in der Werdohler und der Neuenrader Kernstadt, der vierte (Richard Swiatkowski) ist als Küster in der Gemeinde tätig.

Erfolgen soll dies per Online-Videokonferenz am Montag, 28. Februar, ab 19 Uhr. Über die Videokonferenzsoftware Zoom habe Interessierte die Möglichkeit an dem Gespräch teilzunehmen. Der Link und alle weiteren erforderlichen Informationen stehen auf der Internetseite der Pfarrei (pfarrei-michael.de). „Das ist für viele Werdohler eine Herzensangelegenheit“, rechnet Pater Kamil mit vielen Teilnehmern.

Friedensgebet bis Ostermontag

Darüber hinaus plant das Ökumeneforum Friedensgebete in Präsenzform in den Kirchen in Werdohl ab Montag, 28. Februar, und zunächst bis Ostermontag, 18. April. Während dieses Zeitraums besteht die Möglichkeit zum ökumenischen Friedensgebet jeweils montags bis freitags immer von 7.30 bis 7.45 Uhr in der Friedenskirche. Zudem immer donnerstags ab 11 Uhr in der Christuskirche und ab 18 Uhr in der Kirche St. Michael.

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