CDU, SPD, WBG und FDP in Werdohl

Fragen an die Parteien: Welche Ideen gibt es für die Werdohler Innenstadt?

Werdohl - Nach der Schließung des WK Warenhauses und des Schuh- und Sporthauses Bathe gibt es die Befürchtung, dass die Werdohler Innenstadt ausbluten könnte. Was wollen Sie unternehmen, um das zu verhindern und den Werdohler Einzelhandel zu stärken? Und was sind Ihre Pläne, damit das ehemalige WK Warenhaus nicht in wenigen Jahren zum Schandfleck der Innenstadt geworden ist?

CDU: Einfluss der Politik ist begrenzt

Beim WK handelt es sich um die Entwicklung eines Einzelhandelsstandortes auf einem privaten Grundstück. Dabei sind die unterschiedlichen Interessen der Eigentümer, zukünftigen Nutzer und Investoren auszutarieren, wobei sich viele der dabei notwendigen Schritte naturgemäß außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung abspielen.

Ob dabei zeitnah Lösungen entwickelt werden können, hängt in erster Linie von der Flexibilität der Beteiligten ab; der Einfluss von Politik und Verwaltung beschränkt sich dabei auf die Begleitung als Moderator und im Rahmen von bauordnungsrechtlichen Verfahren. Wir stehen dafür ein, dass dies proaktiv geschieht.

Eine bestimmende Rolle bei der Suche nach Investoren oder anderen Lösungen kann und darf die Stadt nicht einnehmen. Eine aktive Betätigung der Stadt als möglicher Investor verbietet sich uns als Stärkungspaktkommune ebenfalls.

SPD: Den Mut haben, auch einmal quer zu denken

Wir hoffen natürlich, dass sich einer von den Investoren, die im Gespräch sind, für den Kauf des Komplexes WK entscheidet. Es scheint sinnvoll, mit einem Ankermieter Rewe und anderen Shops dort etwas Dauerhaftes zu etablieren. Der Zeitfaktor spielt dabei natürlich eine große Rolle, da der Brüninghaus-Platz der zentrale Punkt in der Stadt ist und bleibt. Es sollte so schnell wie möglich eine Entscheidung fallen.

Dies hängt natürlich mit den anderen Einzelhandelsgeschäften in der Stadt zusammen. Leerstände machen Zentren unattraktiv und können eine Spirale nach unten auslösen. Mit Hilfe der SIHK, der Marketing GmbH, der Politik und des städtischen Wirtschaftsförderers sollten das Einzelhandelskonzept, die Analyse der Leerstände und daraus eine aktive Ansiedlungspolitik diskutiert werden.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist auch in diesem Bereich die fortschreitende Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Chancen für den Einzelhandel. Es ist alles zu unternehmen, dass der Bau des alten WK nicht über längerem Zeitraum leer stehen bleibt. Dies müsste unter anderem dazu führen, dass sich die Stadt mehr engagiert.

Es ist zu überlegen, ob die Stadt nicht, wenn alle Stricke reißen, selbst Eigentumsrechte erwirbt – über Landesbürgschaften oder Ähnliches – und dann in die planungsrichtige Vermarktung eintritt. Man sollte auch den Mut haben, einmal quer zu denken.

Ziel sollte eine Belebung des Innenstadtbereiches durch weitere Geschäfte und Infrastruktur sein. Möglicherweise könnte auch eine Kombination von Geschäften und Wohnungen vorteilhaft sein.

WBG: WK-Nachfolge ist nicht Aufgabe der Politik

Es kann nicht Aufgabe der Politik sein, Pläne zu entwickeln, was nach der Schließung von WK und Bathe geschehen soll.

Hier sind die Verwaltung (Leitung), Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung gefordert, Kontakte zu der Eigentümerin, Einzelhandelsverband, Rewe, Fördermöglichkeiten und so weiter herzustellen, um am bisherigen Standort des WK ein Kaufhaus mit einer ähnlichen Produktpalette langfristig zu erhalten.

Ein Wunsch, der zunehmend von unserer Bevölkerung zu hören ist, aber auch von Rewe schon zu hören war. In die weiteren Planungen sollte dann allerdings die Politik rechtzeitig und umfassend eingebunden werden. Ähnliche Überlegungen sollten aber auch von Stadtmarketing/Wirtschaftsförderung/Verwaltung für eine weitere Nutzung der bisher vom Schuh- und Sporthaus Bathe genutzten Räume angestellt werden.

FDP: Verkaufsoffene Sonntage so oft wie möglich

Unseren Werdohler Einzelhandel wollen wir als Attraktivitätsanker, lokalen Versorger und Experten, der mit direktem Kundenkontakt und Beratung punktet. Die Schließung des WK Warenhaus und des Sporthauses Bathe bedeutet einen herben Verlust für unsere Innenstadt.

Die Gründe sind vielfältig und auf einige, wie zum Beispiel auf die große Konkurrenz des e-Commerce, haben wir jedenfalls keinen direkten Handlungszugriff. Der Corona-Lockdown hat diesen Trend noch weiter angefacht. Projekte wie das CityLab Südwestfalen, digitale Coachings zu Suchmaschinenoptimierung, Websiteerstellung oder Social-Media-Strategien können hier ein Baustein für die Zukunft unserer Einzelhändler darstellen.

Verkaufsoffene Sonntage sorgen für eine Belebung der Innenstadt am Wochenende und sollen deshalb so oft wie möglich realisiert werden. Entscheidend für den Einzelhandel ist letztlich die gesamte Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, die das Einkaufserlebnis mitprägt. In den nächsten Jahren wollen wir verstärkt dazu beitragen ein Zukunftsbild für unsere Innenstadt zu entwickeln.

Dabei sollten wir nichts von vornherein ausschließen – eventuell könnte zum Beispiel die teilweise Öffnung der Fußgängerzone für den Verkehr für mehr Belebung, ein höheres Sicherheitsgefühl und kürzere Wege zu den Geschäften sorgen. Das leerstehende WK-Gebäude steht nicht im Eigentum der Stadt.

Letztlich können wir nur für die Fläche bei Investoren werben. Ein zweiter großer Vollsortimenter wäre an dieser Stelle für Werdohl sicher der Idealfall.

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