CDU, SPD, WBG und FDP in Werdohl

Fragen an die Parteien: Wie steht es um den Ausbau des Radwegenetzes?

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Werdohl - Der Ausbau des Lennetal-Radweges kommt seit vielen Jahren nur sehr zögerlich voran. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es der Politik an Entscheidungswillen und Durchsetzungskraft fehlt, um den an der einen oder anderen Stellen vorhandenen gordischen Knoten zu lösen.

Wie wollen Sie erreichen, dass der Lennetal-Radweg auf Werdohler Stadtgebiet innerhalb der nächsten fünf Jahre durchgehend befahren werden kann. 

CDU: Unproblematische Abschnitte schnell realisieren 

Wir möchten andere Prioritäten setzen. Alle Abschnitte des Lenneradweges, die „unproblematisch“ umgesetzt werden können, wie zum Beispiel „Posten 40“ bis Rathaus und Höllmecke bis Husbergbrücke sollen vorgezogen und beschleunigt umgesetzt werden. Innerhalb Werdohls werden wir prüfen, ob zudem Straßen aufgrund ihrer Breite die Möglichkeit bieten, durch Fahrbahnmarkierungen Radwege innerstädtisch zu schaffen. Bei zukünftigen städtischen Baumaßnahmen an Straßen und Wegen werden wir obligatorisch prüfen, ob sich Radwege errichten lassen. Eine durchgehende Befahrbarkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre würde die vollständige Eigenfinanzierung bedeuten und ist damit wenig wahrscheinlich. 

Natürlich muss die Entwicklung verfolgt und der Druck auf die zuständige Stelle erhöht werden. Realistischerweise ist aber anzuerkennen, dass derjenige, der die Musik bezahlt, offenbar auch den Takt vorgeben möchte. 

SPD: Es wird kurzfristig zu einer Lösung kommen 

Der Politik fehlt es wahrlich nicht an dem Bestreben, auf diesem Sektor voran zu kommen. Neben dem Lenneradweg, der für den Tourismus eine herausragende Bedeutung hat, gilt es aber ebenso das innerstädtische Radwegeverkehrsnetz auszubauen. 

Was den Lenneradweg angeht, ist die übergeordnete Politik gefordert. Hierzu wird es ganz kurzfristig zu einer angenehmen Lösung kommen. Neue Stellen in der Verwaltung sind geschaffen. Nun heißt es, kreativ auch ein alltagstaugliches Radwegenetz zu planen und letztlich auch herzustellen. Hierzu soll an einem Runden Tisch die Bevölkerung intensiv eingebunden werden. Auch unkonventionelle Modelle können zu einer Verbesserung führen. 

WBG: Runder Tisch kann Radwegplanung voranbringen 

Seit nunmehr über zehn Jahren wird am Ausbau der 17 Kilometer Radweg auf Werdohler Gebiet geplant, verworfen und wieder geplant und wieder verworfen. Entscheidende Fortschritte sind in dieser Zeit nicht zu erkennen gewesen, auch wenn die Planverfasser wiederholt ausgewechselt wurden. Die WBG geht nach den Erfahrungen der Vergangenheit jedoch nicht davon aus, dass sich an der Realisierung des Radweges auf Werdohler Gebiet etwas ändern dürfte, wenn es nicht gelingt, alle an der Planung, Finanzierung und so weiter beteiligten Kommunen von Finnentrop bis Nachrodt-Wiblingwerde, den Landesbetrieb Straßen und weiteren technischen Abteilungen des Landes an einen Tisch zu bekommen und die offenbar bestehenden Probleme – gleich welcher Art – gemeinsam anzugehen. 

Wenn es nicht gelingt diesen Runden Tisch zustande zu bringen, kann man durchaus davon ausgehen, dass es schwer wird, den Radweg Lennetal auf den 17 Kilometern Werdohler Gebiet innerhalb der nächsten fünf Jahre durchgehend zu befahren. 

FDP: Radweg unter Straßenniveau hat viele Vorteile 

Im Zuge der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Umstellung des Freizeitverhaltens erlebt das Radfahren einen regelrechten Boom. Ein durchgehender Lenne-Radweg wäre sowohl für uns Werdohler, aber auch für Tagestouristen eine attraktive Radstrecke, die überregionale Beachtung finden würde. Leider fehlt insbesondere zwischen Plettenberg und Werdohl ein wichtiges Teilstück. Fahrradfahrer müssen hier auf die vielbefahrene B 236 ausweichen. Das ist nicht nur für Familien mit Kindern eine mehr als unzufriedenstellende Situation. Inzwischen ist viel Zeit verstrichen, in der zwischen der Unteren Wasserbehörde, Straßen.NRW und nun der Oberen Wasserbehörde der genaue Streckenverlauf strittig ist. 

Wegen dieses Zustandes haben wir kürzlich die Behörden in einem offenen Brief, zusammen mit der Stadt Plettenberg, nachdrücklich zu einem baldigen Lückenschluss aufgefordert. Nach unserem Dafürhalten ist der Bau unterhalb des Straßenniveaus der B 236 nicht nur schneller zu realisieren, sondern bedarf auch keiner weiteren Vollsperrung der B 236 und ist obendrein wirtschaftlicher, da kein Eingriff in die Entwässerung der Bundesstraße erfolgen muss. Zudem ist ein entkoppelter Weg unterhalb der Straße wohl auch eine reizvollere Lösung.

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