Königsburg soll ein Ort zum Leben und zum Altwerden sein

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Ingo Wöste, Geschäftsführer Wohnungsgesellschaft (Woge) und Kerstin Sensenschmidt möchten einen Quartiersverein aus der Taufe heben, der das Leben auf der Königsburg für alle attraktiver gestalten soll.

Werdohl - „Es soll ein Verein werden, der die Menschen im Viertel unterstützt, ihre Interessenslage berücksichtigt und gleichzeitig jedoch nur durch ihre Mitarbeit leben kann.“ Unter anderem mit diesen Worten beschreibt Kerstin Sensenschmidt in einem Anschreiben an alle Bewohner des Stadtteils Königsburg das Leader-Projekt Quartiersverein.

Domizil des Vereins soll der Gemeinschaftsraum im Neubau des Woge-Nachbarschaftshilfezentrums (NHZ) an der Oststraße werden. Die Warm-Miete für diesen circa 130 Quadratmeter großen Raum, zu dem auch eine große Küche gehört, zahle zu zwei Dritteln der im NHZ tätige Pflegedienst Liebeskind. Ein Drittel werde auf die Mietkosten der Hausbewohner umgelegt, berichtet Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste.

Während das Gebäude zusehends wächst – es soll im Oktober bezugsfertig sein – hat Projekt-Initiatorin Sensenschmidt hinter den Kulissen bereits Mitte Februar – nachdem der positive Leader-Bescheid vorlag – ihre Arbeit aufgenommen: Die Werdohlerin hat einen Fragebogen erstellt, der Anfang der kommenden Woche an alle Haushalte des Stadtteils Königsburg verteilt werden soll.

„Dieser Fragebogen ist für das Projekt enorm wichtig. Alle weiteren Planungen erfolgen auf der Grundlage dieser Umfrage“, stellt Kerstin Sensenschmidt fest. Denn nur wenn klar sei, welche Wünsche die Anwohner hätten, was ihnen in ihrem Umfeld fehle, und wo sie Hilfe gebrauchen könnten, sei es möglich, ein sinnvolles Angebot auf die Beine zu stellen, unterstreicht Ingo Wöste.

Was interessiert die Königsburger?

Die Königsburger sollen unter anderem angeben, an welchen Unter-Themen sie in den Bereichen Kreatives, Kultur, Geselliges und Medien interessiert sind, ob sie sich Informations-Angebote zu bestimmten Themen wünschen oder von generations-, beziehungsweise kulturübergreifenden Kontakten profitieren würden; beispielsweise Großeltern-Patenschaften, Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe oder Deutschkurse.

Im Gegenzug fragt Sensenschmidt auch ab, wer bereit wäre, den Verein zu unterstützen – etwa eine Gruppe zu leiten, andere Menschen zu unterstützen oder auch im Vorstand mitzuarbeiten. Wissen möchte sie darüber hinaus, welchen Mitgliedsbeitrag die Königsburger monatlich zahlen würden. „Wir möchten nicht nur ältere, sondern auch junge Menschen ansprechen und für den Verein gewinnen“, erklärte Ingo Wöste. Er hofft, dass durch das Leader-Projekt – es steht eine Fördersumme in Höhe von 9750 Euro zur Verfügung – auf der Königsburg eine neue Form des Zusammenlebens entstehen kann: „Es wäre schön, wenn es uns gelänge, das Leben hier etwas bunter zu gestalten.“

Alles wird sich verändern, wenn...

Der Woge-Geschäftsführer wünscht sich, dass es Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, Generationen und Konfessionen gelingt, aufeinander zuzugehen und füreinander einzustehen. Kerstin Sensenschmidt appelliert an die Königsburger: „Nichts wird sich verändern, wenn jeder nur an sich denkt. Aber alles wird sich verändern, wenn wir uns miteinander auf den Weg machen, helfend einander die Hände reichen, voneinander profitieren und miteinander Zeit verbringen. Unser Stadtteil sollte nicht nur ein Ort sein, in dem wir leben könnten, sondern auch ein Ort, in dem wir alt werden können.“

Die Fragebögen sollen bis Mittwoch, 15. März, ausgefüllt und an einer der darin benannten Stellen abgegeben werden. Noch in diesem Monat möchte sich Sensenschmidt an die Auswertung der Schriftstücke begeben, um dann weitere Planungen vorantreiben zu können.

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