Foto überführt drei notorische Lügner

Lügen haben eben doch kurze Beine.

Werdohl - Lügen vor Gericht lohnt sich nicht: Diese Erkenntnis konnten drei junge Altenaer am Donnerstag aus dem Amtsgericht mitnehmen – neben der Verpflichtung, der Allgemeinheit durch Sozialstunden unter die Arme zu greifen.

Ihr ziemlich untauglicher Versuch, ihr Strafverfahren durch Leugnen vom Tisch zu bekommen, erzürnte Richter Dirk Reckschmidt mehr als die angeklagte Straftat.

Das Trio war am Abend des 14. Juli auf dem Weg von Neuenrade nach Altena in Werdohl-Dresel vorbeigekommen. Auf einem Grundstück lagerten unter anderem 22 defekte Lichtmaschinen, deren Schrottwert bei etwa 150 Euro lag.

„Der Zeuge will gesehen haben, dass die Tür zum Schuppen beiseite gestellt wurde und dass Lichtmaschinen auf die Rückbank des Autos verfrachtet wurden“, konfrontierte der Richter die Heranwachsenden mit der schriftlich festgehaltenen Vernehmung des Zeugen. Die junge Frau und die beiden jungen Männer aber blieben bei ihrer übereinstimmenden Darstellung, dass sie nur am eigenen Auto herumgeschraubt hätten. „Wir haben nichts geklaut.“

Dass das nicht stimmte, war wenig später sonnenklar: „Da wird viel geklaut“, klagte der 32-jährige Zeuge, der den Schrottplatz als Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in jener Nacht bewachte. „Ich habe ganz genau gesehen, wie die Drei Sachen aus dem Schuppen geholt und im Auto verstaut haben.“

Der Zeuge berichtete auch, dass das Trio nach seinem Erscheinen die Lichtmaschinen wieder aus dem Auto geholt und auf den Platz geworfen hatte. Dem Gericht lag ein Foto des Geländes vor, das diese Situation festhielt.

Diese recht eindeutige Beweislage und ein intensives Gespräch mit dem Sitzungsvertreter der Jugendgerichtshilfe half den jungen Leuten auf dem Weg zu einem umfassenden Geständnis. Aufgereiht auf der Bank, die in diesem Fall wirklich jene der kleinen Sünder war, fand die 18-Jährige deutliche Worte für den unnötigen Umweg auf der Straße zur Wahrheit. „Das war scheiße.“

Das sah Richter Dirk Reckschmidt nicht anders. Er stellte das Verfahren gegen alle drei Angeklagten dennoch vorläufig ein. Zwei von ihnen müssen 40 Sozialstunden ableisten. Der dritte im Bunde muss 80 Sozialstunden abdienen, weil er im Gegensatz zu den anderen schon Einträge im Bundeszentralregister der Straftaten gesammelt hatte – unter anderem wegen Diebstahls.

Von Thomas Krumm

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