CDU: Mehr Flexibilität bei Kindergartenzeiten

WERDOHL ▪ Mit einer Enthaltung haben die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses beschlossen, dass die Verwaltung beim Umbau der „Roten Schule“ in die Kita „Gernegroß“ die Möglichkeit einer Randzeitenbetreuung sowie flexiblere Betreuungswünsche berücksichtigt wird.

Die CDU hatte im Herbst 2011 einen entsprechenden Antrag gestellt. Zudem forderte sie, dass die „Öffnungszeiten der Familienzentren soweit flexibilisiert werden, dass Eltern zukünftig keine höheren Betreuungszeiten auf Grund nicht flexibler Bring- und Holzeiten buchen müssen“. Das Jugendamt befragte daraufhin Eltern zur derzeitigen Kita-Betreuung (wir berichteten).

Frank Jardzejewski (CDU) forderte auf dieser Grundlage, dass insbesondere über den zeitlichen Rahmen bei einer 25-Stunden-Betreuung diskutiert werden solle. Momentan könnten betroffene Eltern ihre Kinder erst ab 7.30 Uhr in die Kita bringen – seiner Meinung nach müsse auch hier eine Betreuung ab 7 Uhr möglich sein. Ansonsten seien Eltern gezwungen, die 35-Stunden-Betreuung zu buchen, was auch Mehrkosten für die Stadt bedeute.

Diese Probleme seien jedoch Einzelfälle, und es sei zu teuer dafür entsprechendes Personal zu stellen, erklärte Bodo Schmidt, Leiter der Abteilung Soziales und Wohnen. Nur vier Eltern hätten angegeben, dass sie sich einen Betreuungsbeginn vor 7 Uhr wünschen würden. Wenn sich diese Einzelfälle mehren würden, könne man eine entsprechende Gruppe gründen. Bürgermeister Siegfried Griebsch stimmte Schmidt zu und betonte, dass es nicht möglich sei, jeden Einzelfall abzudecken.

Ausschussvorsitzender Cornelius Böttcher (SPD) stellte sich auf die Seite der CDU und erklärte: „Eine flexiblere Betreuung muss doch möglich sein.“ Er bat Karina Wionsek, Leiterin des Kindergartens „Budenzauber“, als Vertreterin der Werdohler Kitas um eine Stellungnahme zu diesem Thema. Wionsek antwortete, eine Kita müsse Kernzeiten festlegen, in deren Rahmen die Kinder gebracht und wieder abgeholt würden: „Damit aber nicht ein ständiges Kommen und Gehen in der Kita herrscht, müssen wir Wert auf die Einhaltung der Kernzeiten der Betreuung legen.“ Dies sei zum Wohle der Kinder notwendig. Viele Eltern hätten individuelle Wünsche, aber „wir können nicht auf jeden einzelnen eingehen“, sagte Wionsek.

Auch würden Eltern zum Teil das Betreuungsangebot nicht voll ausschöpfen. Die Kita-Leiterin warnte: „Aus Einzelfällen ergeben sich zwangsläufig Regelfälle und das ist wiederum so nicht zu leisten.“ Das bestätigte Bürgermeister Griebsch. Er wies darauf hin, dass man derzeit durch das Kibiz-Gesetz ein festes System habe und in diesen engen Grenzen arbeiten müsse.

Damit wollten sich aber weder Böttcher noch Jardzejewski zufrieden geben. Der CDU-Politiker fragte den seiner Meinung nach erfahreneren SPD-Ratsherrn Böttcher, auf welchen Beschlussvorschlag man sich wohl mit der Verwaltung einigen könne. Böttcher schlug vor, auf die von der CDU geforderte flexiblere Öffnungszeit der Familienzentren zum jetzigen Zeitpunkt zu verzichten.

Von Alisa Kannapin

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