Folgenreiche Spritztour

Der Kombi unter der Leitplanke in der Hartmecke. Feuerwehrleute durchtrennen einen Stahlpfosten.

WERDOHL ▪ Das war ihm meterweit anzusehen: Der Vater war mehr als sauer, als er sein Auto am Dienstag in aller Frühe arg zerbeult unter der Leitplanke der Straße An der Hartmecke sah.

Er musste mitverfolgen, wie Abschleppdienst und Feuerwehrmänner am Dienstag kurz nach 5 Uhr morgens gemeinsam versuchten, den Wagen darunter wegzuziehen, damit er anschließend auf der Ladefläche eines Abschleppwagens aufgebockt und abtransportiert werden konnte.

Ereignet hatte sich dieser Unfall allerdings deutlich früher. Ein 15-jähriger Jugendlicher hatte sich in der Nacht zum Dienstag den Schlüssel des Opel Omega Kombi „gekrallt“, um zusammen mit seinem Cousin – ohne Wissen der Eltern – eine Spritztour durch Werdohl zu unternehmen.

Im Einmündungsbereich von B 229 und Klosterweg in Richtung Hartmecke verlor der jugendliche Fahrer am Montag gegen Mitternacht wegen zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über den Wagen und fuhr unter die Leitplanke. Der Motorraum ragte über den Abhang in Richtung Bundesstraße.

Da der Omega nicht mehr fahrbereit war, begab sich der 15-Jährige – der genau wie sein Cousin unverletzt blieb – nach Hause und legte sich dort schlafen. Hier konnte er durch Polizeibeamte im Beisein seiner Eltern angetroffen werden. Er gab den Sachverhalt zu, heißt es im Pressebericht.

Zwar gelang es dem Abschleppdienst, das Fahrzeug an den Fahrbahnrand der Hartmecke zu ziehen, doch ein Stahlpfeiler, an dem zuvor noch die Leitplanke befestigt war, hatte sich im Unterboden des verunglückten Autos verkantet. Er wurde von Einsatzkräften des herbeigerufenen Feuerwehr-Löschzuges Stadtmitte mit einer Flex abgetrennt. Erst danach gelang es, die Unfallstelle zu räumen.

Die Fahrer von Fahrzeugen, die aus Richtung Oberer Bausenberg kamen, mussten entweder warten oder nutzten die Ausweichstrecke über den Haselweg auf dem Paulstück, um zur Arbeit zu kommen.

Am Omega-Kombi entstand nach Schätzung der Polizei ein Sachschaden von rund 5 000 Euro. Unter Berücksichtigung des Alters dieses Wagens und der Tatsache, dass nicht absehbar war, wie das Auto am Unterboden Schaden genommen hat, dürfte aber eher von wirtschaftlichem Totalschaden auszugehen sein.

Rainer Kanbach

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