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Förster und Jäger achten gerade besonders auf Straftaten im Wald

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Von: Volker Griese

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Holzdiebstahl in Wäldern
Zu Holzdiebstählen wie in dieser nachgestellten Szene ist es in Werdohl bisher noch nicht gekommen - jedenfalls nicht in größerem Stil. © Ingo Wagner

Holzdiebstahl ist kein neues, aber bisher eher unbedeutendes Phänomen. Die bisherigen finanziellen Schäden sind gering. Öffentliche und private Waldbesitzer befürchten aber, dass der Holzdiebstahl aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise zunehmen könnte.

Werdohl ‒ Bisher scheinen Holzdiebe aber Werdohl noch nicht auf dem Radar zu haben. „Glücklicherweise ist mir bisher kein Fall in Werdohl bekannt, bei dem Holz im größeren Stil – also Mengen von einer LKW-Ladung und mehr – gestohlen worden ist“, sagte Revierförster Kevin Hauser auf Nachfrage. Sicherlich sei es vereinzelt vorgekommen, dass bereits geschlagenes Holz abhanden gekommen sei. „Das war dann aber ein Missverständnis, das sich schnell aufklären ließ“, erklärte Hauser.

Auch die Polizei kann – zumindest für das Jahr 2022 – nicht von Holzdiebstählen auf Werdohler Stadtgebiet berichten. Sollte also jemand Holz illegal aus dem Wald geholt haben, ist dies zumindest nicht zur Anzeige gebracht worden.

Von einem kleineren Fall könne er allerdings berichten, ergänzte der Revierförster, der als Beamter des Landesbetriebs Wald und Holz eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Waldbesitzern im Raum Werdohl betreut. „Dabei ist meinen Informationen nach Holz in einer Menge von mehreren Schubkarren gestohlen worden“, erzählte Hauser, dass auch in diesem Fall der entstandene Schaden eine überschaubare Größe hatte.

Auch wenn die Nachfrage nach Brennholz seit einiger Zeit größer ist als das Angebot: „Das darf nicht dazu verleiten sich im Wald selbst zu bedienen. Holzdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt“, betont Dr. Gero Hütte-von Essen, Fachbereichsleiter Hoheit beim Landesbetrieb Wald und Holz. Ein unerlaubtes Entwenden von Holz aus dem Wald oder gar das Fällen von Bäumen, deren Holz dann mitgenommen wird, sei rechtlich gesehen Diebstahl und damit eine Straftat. „Diese kann mit hohen Geldstrafen und in besonderen Fällen sogar mit Freiheitsstrafen geahndet werden“, warnt Hütte-von Essen.

Doch es müssen ja nicht immer die mit hoher krimineller Energie und professioneller Vorgehensweise durchgeführten Holzdiebstähle sein, bei denen gleich ganze LKW-Ladungen verschwinden. Die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW berichten mancherorts von Menschen, die unbedarft trockenes, am Boden liegendes Holz sammeln und mitnehmen, um es als Brennholz zu nutzen. „Diesen Menschen ist häufig nicht bewusst, dass sie damit eine Straftat begehen“, betonte Hütte-von Essen. Außerdem schade das dem Wald, denn dieses scheinbar nutzlos herumliegende Holz sei wichtig für den Erhalt des Ökosystems. „Dieses Totholz ist zum einen Nahrung und Lebensraum für verschiedene Kleinstlebewesen – vor allem Insekten und Pilze, es speichert noch CO₂ und Feuchtigkeit. Bei seiner Zersetzung werden wichtige Nährstoffe an den Waldboden zurückgegeben, die essenziell für das Wachstum und die Vitalität der Pflanzen sind“, erklärt der Fachbereichsleiter des Landesbetriebs.

Die Förster von Wald und Holz NRW sind aufgrund der angespannten Lage auf dem Brennholzmarkt sensibilisiert und achten besonders auf ungewöhnliche Aktivitäten an den Holzpoltern im Wald. Unterstützt werden sie dabei von Jägern, die oft in den Abend- oder frühen Morgenstunden und an Wochenenden im Wald unterwegs sind. Vor allem an Wochenend- und Feiertagen werden in Nordrhein-Westfalen auch zunehmend Ranger auch außerhalb der Nationalparks eingesetzt. Der Landesbetrieb hat dazu eine Initiative gestartet.

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