Förderschulstandort: Werdohl ist aus dem Rennen

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Peter-Paul Marienfeld leitet die im Sommer 2018 auslaufende Vier-Täler-Schule in Plettenberg, die einst die Werdohler Pestalozzi-Schule übernahm.

Werdohl - Nachdem der Werdohler Rat sich mehrheitlich dagegen entschieden hat, dem Märkischen Kreis ein Gebäude als Standort einer zukünftigen Förderschule anzubieten, ist die Debatte zwischen Plettenberg und Altena entbrannt.

Der Kampf um die Vier-Täler-Schule in Plettenberg ist auf jeden Fall zu Ende. Zum Sommer 2018 muss die Förderschule schließen, schon ab kommenden Sommer dürfen keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden. Aktuell besuchen noch 49 Schüler aus Plettenberg, Werdohl, Neuenrade und Herscheid den Standort Plettenberg. Die jetzigen Neunt- und Zehntklässler werden ihren Abschluss in Plettenberg machen können; wie und vor allem wo es für alle anderen Vier-Täler-Schüler weitergeht, ist noch unklar. 

Die Plettenberger Förderschule, die dank einer Fusion mit der Friedensschule Lüdenscheid längst ein Teilstandort ist, unterschreitet seit Jahren die Mindestgröße. Im Sommer geht eine vereinbarte dreijährige Laufzeit für den Standort Plettenberg zu Ende. Eine ähnliche Laufzeit gibt es auch für die Mosaik-Förderschule in Lüdenscheid, die die Förderschulstandorte in Altena und Meinerzhagen übernommen hat. 

Nur noch ein Teilstandort für die Lenneschiene

Die Friedensschule und die Mosaikschule werden sich zusammenschließen und für die Lenneschiene wird es nur noch einen Teilstandort geben. Hierfür kommen nach der Werdohler Absage nur noch die Gebäude in Plettenberg oder Altena in Frage. Werdohl liegt günstig in der Mitte. 

SPD und WBG hatten im Rat einen CDU-Antrag abgelehnt, dem Märkischen Kreis ein Gebäude anzubieten (wir berichteten). Schulleiter Peter-Paul Marienfeld erinnerte daran, dass die Vier-Täler-Schule in Spitzenzeiten, also vor gut fünf Jahren nach der Fusion mit der Werdohler Pestalozzischule, 140 Schüler unterrichte habe. Räume seien in Plettenberg jedenfalls genügend vorhanden. 

Schüler müssen sich auf längere Schulwege einstellen

Dr. Peter Schmidtsiefer von der Plettenberger SPD appellierte vor etwa knapp einem Monat während einer Ausschusssitzung in Plettenberg: „Ein Fahrweg bis nach Altena wäre für die Plettenberger schon eine Zumutung. Warum können wir nicht unseren Standort hier halten? Wir haben schließlich die besten Gebäude dafür.“ 

Der Märkische Kreis sei flächenmäßig sehr groß, deshalb müssten sich immer einige Eltern darauf einstellen, längere Schulwege für ihre Kinder in Kauf nehmen zu müssen, äußerte sich dazu Eckehard Beck, Fachbereichsleiter Schule und Bildung Märkischer Kreis. 

Der Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte verwies auf einen Antrag der FDP, die die anderen Parteien auffordert, für den Standort der Vier-Täler-Schule zu kämpfen. Schulte: „Wir haben eine gute Gebäudeausstattung, dennoch bleibt die Sorge, dass Altena als Standort bei der Entscheidung bevorzugt wird. Wenn das so kommt kann es sein, dass Eltern ihre Kindern nur an den Regelschulen anmelden, um den Fahrweg zu meiden.“ FDP, SPD, CDU und PWG stimmten zu.

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